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Kultur Medien
01/10/2021

Abschied von den "Vorstadtweibern": "Ein lachendes und ein weinendes Auge“

Maria Köstlinger über die neue Staffel „Vorstadtweiber“, Präventionsmaßnahmen gegen Corona und die unbändige Lust am Spielen vor Publikum

von Peter Jarolin

In der Vorstadt sind wieder die Weiber los. Ab 11. Jänner (jeweils montags, 20.15 Uhr auf ORF 1) kehren die „Vorstadtweiber“ auf die Bildschirme zurück – der Auftakt für zehn neue Folgen der fünften Staffel. Von der ersten Folge an mit dabei: Maria Köstlinger als Waltraud „Wally“ Steinberg, die als Serienfigur schon viele Höhen und Tiefen erlebt hat – und noch erleben wird. Köstlinger lachend im KURIER-Gespräch: „Es wird auch diesmal wieder sehr turbulent. Wally hat erneut Geldsorgen, aber sie geht ihren Weg und versucht mit Hadrian (Bernhard Schir, Anm.) ein schönes Beziehungskonstrukt aufzubauen. Sie ist nach wie vor dem Luxus zugetan und dabei auch korrupt, aber sie ist reifer geworden. “ Nachsatz: „Handtaschen spielen übrigens bei diesem Reifeprozess eine extrem wichtige Rolle.“

Explosion

Doch hat sich Köstlinger in diesen bald sechs Jahren „Vorstadtweiber“ verändert? „Ja, sechs Jahre sind ein großer Lebensabschnitt. Da verändert sich beruflich und privat oft sehr viel. Das fließt dann auch unbewusst ein bisschen in die Rollen ein. Als wir mit den ,Vorstadtweibern’ begonnen haben, hätte ich nie gedacht, dass diese Serie so eine Explosion wird. Man ist als Schauspielerin in Österreich grundsätzlich schon sehr umschmeichelt. Aber seit ,Vorstadtweiber’ werde ich noch viel mehr angesprochen – auf der Straße, beim Bäcker, eigentlich überall. Das ist ein großes Kompliment.“

Die sechste Staffel jedoch wird die letzte sein. Köstlinger: „Fünf Folgen sind schon abgedreht, fünf kommen ja noch. Aber dann heißt es endgültig Abschiednehmen.“ Wie aber fühlt sich der Abschied an? „Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Man soll bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist. Und nach der sechsten Staffel ist die Geschichte auserzählt. Wir können stolz darauf sein, was war und uns auf etwas Neues freuen.“

Premiere

Auf etwas Neues würde sich die Künstlerin auch auf der Bühne freuen. Doch die Pandemie macht es (hoffentlich nur vorerst) nicht möglich. In Arthur Schnitzlers „Zwischenspiel“ und in Peter Turrinis so wundervoll-altersweisem Stück „Gemeinsam ist Alzheimer schöner“ sollte Köstlinger auf der Bühne der Josefstadt und der Kammerspiele stehen. Und eigentlich sollte sie schon seit geraumer Zeit als Chloe in dem Drama „The Parisian Woman“ aus der Feder des „House of Cards“-Autors Beau Willimon den Männern den Kopf verdrehen. „Wir proben in den Kammerspielen seit 19. Oktober und hatten schon vier Premierentermine. Jetzt müssen wir wieder warten. Das ist eine schwierige Zeit, denn man arbeitet auf eine Premiere vor Publikum hin.

Köstlinger weiter: „Die Josefstadt ist so großartig organisiert. Wir werden alle zwei Mal in der Woche getestet, dazu gab es vor jeder Vorstellung Schnelltests. Und auch unser Publikum war vor dem neuerlichen Lockdown extrem diszipliniert. Ich verstehe nicht, warum es nicht möglich sein sollte, zu spielen.“

Spinne

Denn auf die Chloe freut sich Köstlinger sehr. Chloe ist hier nämlich die Frau eines Anwalts (Tom, dargestellt von Herbert Föttinger, Anm.), der eine politische Karriere machen will, wobei allerdings sie die Fäden im Hintergrund zieht. Köstlinger: „Chloe ist auf dem Parkett der High Society ein Paradiesvogel in der amerikanisch-konservativen Gesellschaft. Sie tänzelt extrem leichtfüßig durch diese Welt der Intrigen. Alle verlieben sich in sie. Und das benützt sie für ihre Ziele. Sie ist eine schöne Spinne, die genüsslich ihr Spinnennetz aufbaut. Alle verfangen sich darin, und dann sticht sie zu.“

Nachsatz: „Ich habe damit eine schöne Aufgabe bekommen. Aber dennoch ist für uns alles in der Schwebe. Ich persönlich hoffe, dass wir so bald wie möglich aufsperren können, natürlich unter äußersten Vorsichtsmaßnahmen. Aber der Hunger und die Sehnsucht der Menschen nach Kunst und Kultur, nach Theater sind so groß, das hören wird täglich von unserem Publikum. Und es gibt neben der körperlichen Gesundheit doch auch eine seelische, die wir bedienen wollen.“

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