© EPA/JEROME FAVRE

Kultur
11/14/2021

"M+" statt "2G+": Neues Museum in Hongkong eröffnet

Der Bau der Star-Architekten Herzog & de Meuron ist nach langer Wartezeit seit dem Wochenende für Besucher offen

von Michael Huber

Nein, "M+" ist keine neuartige Corona-Zugangsregelung: Der Name steht für Hongkongs neues Museum zeitgenössischer Kunst, das am Wochenende - nach mehr als vierjähriger Verspätung - erstmals Besucher empfing. Der Bau, der das anfangs zuerkannte Budget (rund 760 Millionen US-$) um eine nicht näher bekannte Summe überstieg, ist ein neues Renommeeprojekt der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. Und er ist fast doppelt groß wie das andere Museum, mit dem die Architekten in Europa bekannt sind - die Tate Modern in London.

Die Baugeschichte war lang und kompliziert - noch prekärer ist aber der Status des Museums nach der Eröffnung, wie westliche Medien wie die New York Times anmerken. Denn das Museum zeigt auch regimekritische Kunst, unter anderem Werke des bekannten Dissidenten Ai Weiwei. Und während im Sonderbezirk Hongkong lange Zeit vieles möglich schien, was in Festland-China die Zensurhürden nicht  passiert hätte, hat sich die generelle Lage in jüngster Zeit massiv verändert. Der Vorsitzende der lokalen Kulturbehörde vergaß daher auch bei der Eröffnungszeremonie nich darauf, auf bestehende Machtverhältnisse hinzuweisen, Die Eröffnung bedeute nicht, "dass künstlerische Ausdrucksweisen über dem Gesetz stehen", wird der Vorsitzende, Henry Tang, zitiert.

Ein großer Teil der Sammlung des M+ Museums ist eine Schenkung des Schweizers Uli Sigg, der in seiner Tätigkeit als Unternehmer und Botschafter früh maßgebliche Kunst aus China gesammelt und auch in den Westen vermittelt hatte. 2019 war eine Auswahl seiner Bestände im Wiener MAK zu sehen gewesen. Welches Schicksal die Kunst nun in Hongkong hat, bleibt abzuwarten. Bereits vor der Eröffnugn haten sich Peking-freundliche Kräfvte dafür stark gemacht, einige Werke der Sammlung nicht zu zeigen.

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