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Belvedere 21: Es ist ein Gestell mit dieser Museumssammlung

Direktorin Stella Rollig zieht mit der Ausstellung „Stellprobe“ Bilanz über Sammlungsankäufe ihrer Amtszeit.
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Museumsdirektorinnen kommen und gehen – die Sammlung bleibt. Für Stella Rollig, die ihr Amt als Generaldirektorin des Belvedere im Jänner 2027 an Nina Zimmer übergeben wird, ist die Ausstellung „Stellprobe“, die sich bis 4. Oktober über zwei Ebenen des Belvedere 21 erstreckt, somit auch eine Gelegenheit zur Rückschau.

Wobei die Auswahl, die Rollig gemeinsam mit Chefkuratorin Luisa Ziaja traf, gezwungenermaßen selektiv ausfallen musste: Knapp 160 Werke zählt die Schau, rund 2.500 Neuzugänge kamen in den zwei Amtszeiten der Direktorin insgesamt ans Haus – als Ankäufe, als Schenkungen, aber nicht als Dauerleihgaben, wenn man von jenen der Österreichischen Ludwig-Stiftung absieht. Schon darin zeigt sich eine Art Handschrift und eine Abgrenzung zu anderen Museen wie etwa der Albertina, die unter Ex-Direktor Klaus Albrecht Schröder durchaus gerne Sammlungen auf Zeit unter ihr Dach nahm.

Mittelalter bis heute

Die Präsentation ist nun insofern eine „wilde Mischung“, als sie Werke aller Epochen umfasst, für die das Belvedere laut Gesetz zuständig ist: Das älteste Exponat sind drei Gemälde des „Meisters der Oberfalkensteiner Altarflügel“ aus der Zeit um 1510. Aus dem 19. Jahrhundert – die Zeit dazwischen obliegt dem KHM – sind viele Biedermeier-Preziosen ausgestellt, außerdem Landschaftsdarstellungen von Größen wie Rudolf von Alt oder Tina Blau.

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Zeitgenössisches nimmt aber in der Sammlungstätigkeit wie auch im Ausstellungsraum den dominanten Platz ein – und wie das Neue mit der historischen Kunst koexistiert, hat durchaus Witz. Das liegt auch an der Ausstellungsarchitektur, für die Heimo Zobernig, Österreichs Großmeister in Sachen Displaygestaltung und Disziplinenüberschreitung, gewonnen werden konnte. Auch der dem Theater entlehnte Titel – Kunst-Theater-Verschränkung ist gewissermaßen der Megatrend 2026 – stammt von ihm.

Zwischen teils verspiegelten Wänden, Einbauten und Nischen ereilt einen dann die Einsicht, dass es eine durchgängige Erzählung in der Sammlungsschau nicht gibt: Hier werden keine Karrieren abgebildet, keine Trophäen zur Schau gestellt, keine Genealogien konstruiert.

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Echos des Programms

Was sich regelmäßigen Besuchern und Besucherinnen aber offenbart, sind Echos des Ausstellungsprogramms, die als Sammlungsstücke erhalten blieben: Etwa eine Serie sensibler Foto-Arbeiten von Maria Hahnenkamp, Gemälde von Tamuna Sirbiladze oder eine Latex-Installation von Renate Bertlmann.

Die Lücke bei Werken der Feministischen Avantgarde der 1970er zu schließen, sei ihr ein Anliegen gewesen, sagt Rollig. Tatsächlich ist die betreffende Generation (u. a. mit Margot Pilz und VALIE EXPORT) besonders sichtbar. Dass die Werke in andere Richtungen anschlussfähig bleiben – Pilz’ feministische Nachstellung des „Abendmahls“ von 1979 korrespondiert etwa mit den erwähnten Altartafeln – hält das Schauerlebnis dabei ästhetisch ansprechend.

Pilz Hände 1978

Dass Beschriftungen ausweisen, wann und wo die Kunstwerke gekauft wurden, fällt als Signal der Transparenz positiv auf: Da Galerien und Sammler stets bestrebt sind, sich in Museen einzuschreiben, soll die Öffentlichkeit auch wissen, was wie ins Museum kommt. Etwas mehr Information, etwa zur Verteilung aller Zugänge auf Künstler und Künstlerinnen, wäre noch schön gewesen.

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