© Kurier/Gilbert Novy

Kino
11/18/2021

Ärger bei Kinobetreibern: "Im Wirtshaus ist die Ansteckungsgefahr viel größer"

Die Kinobetreiber reagieren auf die 2G-Plus-Regelung in Wien verärgert und rechnen mit hohen Besuchereinbußen.

von Alexandra Seibel

Ins Kino geht man gerne spontan. Während der Besuch eines Theaters meist von längerer Hand geplant wird, bietet sich das Kino für schnelle Entschlüsse an. Die Einführung der 2G-Plus-Regelung (geimpft, genesen und PCR-getestet) macht aber einen Spontanbesuch   praktisch unmöglich – und schränkt das Besuchervolumen verstärkt ein.

„Die 2G-Plus-Regelung ist für uns  ein großes Problem“, sagt Christian Dörfler,  Betreiber des Haydn-Kinos und Sprecher des Fachverbands: „Die Einführung der 2-G-Regel hat bereits zu 20 Prozent Einbußen an Besucherzahlen gebracht, seit Montag sogar 50 Prozent, weil die Unsicherheit so groß ist. Bei der Einführung der 2G-Plus-Regelung rechne ich mit einer 70- bis 80-prozentigen Einbuße. Ein spontaner Kinobesuch ist dann nicht mehr möglich – außer, man zählt zur Gruppe der Schüler und Schülerinnen, die regelmäßig getestet werden.“

"Massive Einschränkungen" der Spielzeiten

Ob es sich unter diesen Umständen überhaupt noch lohnt, die Kinos offen zu halten, bleibe abzuwarten. In jedem Fall aber werde es zu „massiven Einschränkungen der Spielzeiten kommen, denn man muss die wenigen Besucher dann auf ein oder zwei Vorstellungen zusammenziehen.“

Die derzeitige Entwicklung sei also in Summe höchst schwierig und auch insofern traurig, als sich die Kinos im Oktober mit erfreulich starken Besucherzahlen gerade wieder begonnen hatten, vom letzten Lockdown zu erholen: „Die 2G-Plus-Regelung macht im Vergleich zum Lockdown nur noch einen homöopathischen Unterschied.“

Kritik an schärferen Maßnahmen gegenüber Gastro

Dass man die Gesundheit der Bevölkerung schützen müsse, sei völlig klar, betont Dörfler: „Jedoch erschließt sich mir nicht, warum etwa in der Gastro die 2G-Regel gilt, während für die Kulturbetriebe schärfere Maßnahmen getroffen werden. Alle Studien ergeben, dass es dort deutlich sicherer ist.“

Michael Stejskal,  Geschäftsführer des  Filmladens und Betreiber des Votivkinos und des De France, sieht das ähnlich: „Im Wirtshaus ist die Ansteckungsgefahr viel größer.“

"Maximaler Schaden"

Bei allem Verständnis für weitere Maßnahmen, sei 2G-Plus, ausschließlich beschränkt auf Veranstaltungsbetriebe, "eine Maßnahme mit geringem Nutzen, aber maximalem Schaden für uns. Mir unverständlich ist auch, dass man für Drittgeimpfte keine Ausnahme macht. Das würde das Tempo der Drittimpfungen beschleunigen und wäre für uns zumindest eine minimale Erleichterung.“

Weiters würde sich Stejskal wünschen, dass man die Gültigkeit des PCR-Tests auf 72 Stunden verlängert, um zeitliche Engpässe beim Warten auf das Ergebnis zu vermeiden.“ Was ihn aber am meisten ärgert: „Es kommt alles zu spät, zu inkonsequent und ohne Vorlauf. Das hätte man sich schon im Juni überlegen können. Es war kein Geheimnis, was im Herbst auf uns zukommt.“

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