Kultur
16.11.2017

"Justice League": Superhelden-Verehrung im Überwältigungskino

Düstere Teambildung der DC-Comic-Helden.

Jetzt, wo Marvel seine "Avengers" hat, lässt sich auch die Konkurrenz nicht länger lumpen. Nun schreiten auch die Superhelden von DC Comics zur Teambildung und formieren sich zur "Gerechtigkeitsliga" (Zugegeben: "Justice League" klingt besser.) Als direkte Fortsetzung von "Batman vs Superman" – wir erinnern uns: Superman ist tot! – entfesselt erneut Regisseur Zack Snyder sein gewohnt tonnenschweres Überwältigungskino. In brütenden Untergangsszenarien präpariert Snyder die muskelbepackten Leiber seiner Superhelden – am liebsten zu Hardrock-Musik – heraus und lässt sie bevorzugt in Zeitlupe gegen das Böse antreten. Verstärkung bekommt Ben Affleck als Batman dabei von Wonder Woman, Aquaman, The Flash und Cyborg.

Gal Gadot hat erst kürzlich bewiesen, dass sie als Wonder Woman einen gesamten Superhelden-Blockbuster zum Erfolg tragen kann. Sie zählt auch weiterhin zu den Lichtblicken in einem weitgehend seelenlos bleibenden Action-Tumult. Flash erinnert ein wenig an Spider-Man, hat dafür aber viel New Yorker Witz. Der Rest der Truppe bleibt unprofiliert. Dafür bekommt Ben Affleck als Fledermaus die beste Pointe des Films. Was er denn für eine Superheldenkraft besitze, will Flash wissen: "Ich bin reich."

Ärmlich

Richtig ärmlich hingegen nimmt sich der Gegenspieler der "Justice League" aus. Er nennt sich Steppenwolf, trägt das Geweih eines Widders und bleibt innerhalb der Bösewichtkategorie ziemlich verwechselbar. Joker ist er definitiv keiner.

Steppenwolf möchte ein paar glühende Boxen zueinanderbringen, um seine ganze Kraft zu entfachen und spricht so trübe Sätze wie: "Wo ist meine Mutterbox?"

Übrig bleiben eine Handvoll Menschlein wie Amy Addams als Superman-Witwe und Diane Lane als trauernde Mutter. Doch obwohl es sich bei diesen "Zivilisten" um hervorragende Schauspielerinnen handelt, bleiben sie Randfiguren. Auf Stand-by für die Fortsetzung.

INFO: USA 2017. 120 Min. Von Zack Snyder. Mit Ben Affleck, Gal Gadot, Jason Momoa, Amy Adams.

KURIER-Wertung: