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„Jackass: Einer geht noch“: Zwischen Durchfallattacke und Brechreiz

Jackass – Einer geht noch. Johnny Knoxville und seine Männertruppe altern mit Genitalwitz.
Johnny Knoxville filmt zwei an Seilen hängende Männer in bayerischer Tracht und Dirndl vor einer bemalten Kulisse.

Einer geht noch, aber dann ist Schluss: „Jackass“ geht in Pension. Erfinder Johnny Knoxville muss im Alter von 55 Jahren zugeben, dass seine Zeit für lebensgefährliche Stunts vorbei ist. Zuletzt ließ sich Knoxville für den Kinofilm „Jackass Forever“ (2022) von einem Stier aufspießen – mit gravierenden Folgen wie schwere Gehirnerschütterung und Hirnblutung. Eine weitere Gehirnerschütterung kann sich Knoxville nicht mehr leisten.

Begonnen hat die legendäre Selbstverletzungs-Realityshow Anfang der 2000er-Jahre auf MTV. Als Erfindung von Johnny Knoxville, Jeff Tremaine und Spike Jonze sorgte „Jackass“ mit seinen gewagten, gefährlichen und schmerzhaften Stunts zwischen 2000 und 2002 für große Begeisterung und enorme Kontroversen. Nachdem sich trotz heftiger „Don’t Try This At Home“-Warnungen jugendliche Zuseher beim Nachahmen der „Streiche“ verletzten, wurde die Serie von MTV aus Imagegründen abgesetzt. Trotzdem blieb das Format höchst erfolgreich und lebte in insgesamt 6 Kinofilmen bestens weiter.

Nun aber scheint sich eine Franchise-Ära tatsächlich dem Ende zu nähern. Wer sich den brutalen Torero-Stunt noch einmal anschauen will, in dem Knoxville lebensbedrohlich mit dem Stier kollidierte, hat in „Jackass: Best and Last“ – so der Originaltitel – die Gelegenheit dazu.

In dem explizit als Finale des Franchise inszenierten Abschiedsfilm findet sich eine ... äh ... Greatest-Hits-Mischung mit unveröffentlichten Pranks und neuen Mutproben. Zu einem der „Klassiker“ zählt der berühmte Ekel-Stunt „Poo Cocktail Supreme“: Performer Steve-O wird in einem vollen Dixi-Klo festgeschnallt, in die Luft geschossen und durch die Kloakenbrühe gequirlt. Anschließend darf man sich ruhigen Gewissens übergeben.

Abführmittel

Einer der Auftritte, der bislang unveröffentlicht blieb, zeigt Johnny Knoxville, wie er sich – immerhin bekleidet mit einer kugelsicheren Weste – in die Brust schießt. In einer anderen, ebenfalls noch nie gezeigten Episode wird Knoxville in eine mit Polstern gefüllte Kiste gepackt und die Stiegen hinuntergeworfen. Der Prank wurde nie im Fernsehen ausgestrahlt, weil er sich allzu leicht zum Nachmachen anbot.

Knoxville selbst muss sich in seinem Farewell-Film mehr auf die Rolle des Beobachters verlegen, um seine angeschlagene Gesundheit zu schonen. Feixend sieht er dabei zu, wie die anderen leiden. Klassische Genitalwitze, bei denen „Bad Grandpa“ überlange Hodensäcke ungustiös aus den Shorts herausbaumeln, kommen ebenso zum Einsatz wie schmerzhafte Schläge zwischen die Beine oder Stromstöße – immer begleitet vom brüllenden Gelächter der Zusehenden.

Ein echter Gross-Out-Tiefpunkt ist jene Szene, in der alle Beteiligten Abführmittel schlucken und man ihre Durchfallattacken dank durchsichtiger Plastikhosen live mitverfolgen kann.

Auch das anal eingeführte Matchbox-Auto wird nicht jedermanns Humor treffen.

Zu den tatsächlich lustigsten Momenten gehört jener Clip aus der „Jackass“-Serie, in dem ein noch ganz junger Brad Pitt beim Hotdog-Imbissstand entführt wird oder Golfspieler mit Trompetengetröte irritiert werden.

Am nostalgischen Ende wirbeln Johnny Knoxville und seine Crew im riesigen Einkaufswagerl zu Frank Sinatras Hymne „My Way“ durch die Luft. Doch dann folgt gleich darauf der Song „We’ll Meet Again“.

Gut möglich also, dass auch das viel beschworene Finale nur ein Prank ist.

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