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Kultur
04/20/2020

Gemischte Platte: The Strokes, Catastrophe & Cure, Wilma Archer und Nina Simone

Die Strokes liefern endlich wieder mal ein überzeugendes Werk ab. Auch die heimische Indie-Formation Catastrophe & Cure hat eine gelungene Platte veröffentlicht. Außerdem: Das "vergessene Album" der großen Nina Simone.

von Marco Weise

Neue Alben aus der Pop- und Rockwelt, die gehört werden möchten: 

The Strokes - "The New Abnormal"
Die sicherlich coolste und vielleicht auch beste Rockband der frühen Nullerjahre leistete sich  nach dem sensationellen Debüt „Is This It“ einige Fehltritte. Mit ihrem neuen Werk  sammelt die US-Band um  den stets verschlafen wirkenden Julian Casablancas aber wieder  Sympathiepunkte.  Die Gitarren werden zackig und unverschämt lässig angeschlagen, das Schlagzeug macht keinen  Schlenker  und prescht nach vorne. Dabei fallen einige Hits für die Indie-Disco ab, und auch die Balladen haben es drauf. 

 

Wilma Archer - "A Western Circular"
Der britische Produzent und Multiinstrumentalist vereint auf seinem Debütalbum völlig unterschiedliche Klangwelten. Kammermusik trifft Hip-Hop. Jazz trifft Pop. Kraut trifft Rüben. Die mit einer Vielzahl an Gastmusikern entstandenen Songs gefallen durch nachdenkliche Texte, ausgeklügelte Arrangements und sich meistens ausgehende Stilbrüche. Auf Albumlänge übertreibt es der gute  Archer aber mit seinen kreativen Schüben. Es ist nie besonders klug, alles auf einmal zu machen. 

Catastrophe & Cure - "Somewhere Down The Line"
Der Auftakt ist schon mal vielversprechend:  Die Fixgröße der österreichischen Indie-Szene errichtet dabei eine Wand  elektronischer Sounds. Die Eighties und Nineties lassen grüßen. In dieser Tonart geht es weiter: Synthies wabbern, vermischen sich mit in  Chorus getränkten Gitarren und bekommen von  einem kernigen  Bass und druckvollen Schlagzeug Begleitschutz. Darüber schwebt  ein  melancholischer und mit Hall angereicherter Gesang. "Somewhere Down The Line" ist ein reifes wie gelungenes  Album.

Nina Simone - "Fodder On My Wings"
Nina Simone war sicherlich eine der größten Stimmen des 20. Jahrhunderts. Die gebürtige US-Amerikanerin, die 2003 in der französischen Gemeinde Carry-le-Rouet starb, nahm 1982 das Album „Fodder On My Wings“ in Paris auf. Die Platte, die auf einem kleinen französischen Label erschien, blieb damals und bis heute unter der Wahrnehmungsgrenze, erreichte nur wenige Hörer. Nun gibt es eine Neuauflage des Werkes, das zu den Lieblingsalben der Künstlerin gehörte. 

Zu der Zeit, als Nina Simone dieses Album aufnahm, lebte sie gerade erst kurz in Frankreich und hatte (wieder einmal) psychische Probleme. Diese stellt sie auf "Fodder On My Wings“ auch in den Mittelpunkt. "Alone Again", sicherlich das bekannteste Lied auf dem Album, handelt etwa vom Tod ihres Vater: "Just when I needed him most, he was already a ghost", singt Nina Simone (vom Klavier begleitet) mit melancholischer Stimme. Nina Simone ist einsam. Schön traurig. Traurig schön. 

Info: Das neu aufgelegte Album "Fodder On My Wings" ist bereits digital erschienen. Die LP und CD folgen am 29. Mai.

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