Kultur
11.04.2018

Filmkritik zu "3 Tage in Quiberon": Statt Entgiften, freche Fragen beantworten

Marie Bäumer gibt als Romy Schneider ein berühmtes "stern"-Interview in dem Stimmungsporträt "3 Tage in Quiberon".

Kein Wunder, dass Marie Bäumer sich so lange weigerte, je die Romy Schneider zu spielen – die Ähnlichkeit ist einfach zu verblüffend: Bäumer wirkt fast wie deren Wiedergängerin.

In „3 Tage in Quiberon“ erzählt Regisseurin Emily Artef detailgenau, wie stern-Journalist Michael Jürgs die labile Schauspielerin in einem Kurort besucht und dort ein flapsiges Interview mit ihr führt. Fotograf Robert Lebeck schoß dabei seine berühmten Schwarz-Weiß-Fotos. Das Schwarz-Weiß behält Artef auch in ihrem von Österreich mitproduzierten Stimmungsporträt bei: Romy bekommt Besuch von ihrer Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) und will ausspannen und entgiften. Stattdessen geht sie mit den stern-Journalisten trinken und beantwortet freche Fragen. Charismatisches, formschönes Zeitgemälde und gefühlvolles Schauspielerkino.

INFO: D/Ö/F 2018. 115 Min. Von Emily Artef. Mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr.