Filmdreh "Ludwig II."

Der neue Ludwig: Sabin Tambrea als Titelkönig "Ludwig II." in der Regie von Peter Sehr und Marie Noëlle.
Foto: ORF/apa

In Schloss Hof wird mit großem Aufwand und deutsch-österreichischer Besetzung das Leben Ludwigs des II. von Bayern verfilmt.

Das Schicksal von König Ludwig II. von Bayern hat die Pop-Kultur immer schon beflügelt. Der schöne Märchenkönig, sein aufwendiger Lebensstil und sein mysteriöser Tod taugten zur Legende. Er galt als Visionär - und wollte vielleicht eigentlich nur ein moderner Mensch sein. Ludwig interessierte sich für neueste Technologien wie etwa die Fliegerei, engagierte sich als glühender Richard-Wagner-Verehrer für Oper und Theater und errichtete prachtvolle Schlösser wie Herrenchiemsee und Neuschwanstein. Übrigens: Wem Neuschwanstein bekannt vorkommt, ohne jemals dort gewesen zu sein, braucht sich nicht weiter zu wundern - es diente als Vorlage für Walt Disneys Märchenschlösser. Nicht nur Disney, auch zahlreiche andere Filmemacher - darunter der große Luchino Visconti - wurden von Ludwig II. inspiriert. Eine Inspiration, die offensichtlich bis zum heutigen Tag anhält. Derzeit wird in Schloss Hof, im niederösterreichischen Marchfeld, für fünf Wochen an einem neuen deutschen Filmgroßprojekt mit österreichischer Beteiligung gedreht: "Ludwig II." soll einmal mehr das Leben des Bayern-Königs erzählen - im Dezember 2012 zuerst im Kino, und dann als Zweiteiler im Fernsehen.

Who's who

Die Besetzungsliste liest sich wie ein Who's who deutsch-österreichischer Prominenz und reicht von Hannah Herzsprung bis Peter Simonischek. Die Rolle des jungen, schönen Königs wird von dem rumänisch-deutschen Theaterschauspieler Sabin Tambrea übernommen, während sich Sebastian Schipper (zuletzt in Tom Tykwers "Drei") der Darstellung des alten, dick gewordenen Herrschers annimmt, der zuletzt mysteriös Selbstmord begeht. Hannah Herzsprung spielt Kaiserin "Sisi", enge Vertraute und Freundin von Ludwig. Und hinter der Kamera steht Michael Hanekes oscarnominierter Kameramann Christian Berger.

Bildung

Der österreichische Ko-Produzent des Projekts, Danny Krausz, gibt sich im KURIER-Interview überzeugt, dass eine Neuverfilmung des Stoffes in unserer Gesellschaft durchaus von Relevanz sei - gerade etwa in Hinblick auf die derzeitige Problematik der Bildungspolitik: "Ludwig wollte lieber in Bildung als in Waffen investieren und Frieden mit Musik stiften", beteuert Krausz: "Er war seiner Zeit mit einem Schuss Verrücktheit voraus."
Mit dem Thema Kunst und Kultur hofft er, zusätzlich zu den Bildungsbürgern auch studentisches Publikum ins Kino zu locken, ehe der Film im Fernsehen landet: "Gemessen an Ludwigs Kunst- und Kulturvorstellung merkt man umso mehr, was uns die Politik heute an Illusionslosigkeit zumutet." Natürlich wünsche er sich für "Ludwig II." im Kino viel Publikum - "aber qualifiziertes Publikum ist auch viel wert". In jedem Fall dürfe man große Opulenz erwarten, denn die historische Ausstattung sei "mächtig aufwendig: seit Jahren wird schon an den Kutschen gebaut", erzählt Danny Krausz. Auch an Original-Schauplätzen wie in Neuschwanstein wird gedreht. Dort, in Ludwigs Märchenschloss, wäre es übrigens besonders schwierig gewesen, überhaupt eine Drehgenehmigungen zu bekommen.

(kurier) Erstellt am
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