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Wiener Volksoper
06/15/2014

Ein Werk, das man gehört haben sollte

Kritik: "Feuersnot" von Richard Strauss.

von Peter Jarolin

Eine geniale Musik, aber ein problematischer Text – das ist der Grund, weshalb "Feuersnot" von Richard Strauss keinen Eingang ins Opernrepertoire gefunden hat. Dabei strotzt das 1901 in Dresden uraufgeführte Stück nur so von Melodien, da grüßen bereits viele spätere Meisterwerke des Komponisten.

Der Wiener Volksoper ist es zu danken, dass "Feuersnot" nun zumindest in konzertanter Form (Reprisen am 18. und 22. Juni) zu hören, ja zu erleben ist. Eine Chance, die sich Musikfreunde nicht entgehen lassen sollten.

Denn am Gürtel macht man alles richtig; da erstrahlt dieses "Singgedicht" in einem Akt (Libretto: Ernst von Wolzogen) in den schönsten orchestralen Farben. Hinreißend, wie Dirigent Hans Graf und das fabelhaft einstudierte Orchester zu einem fast an Wagner (um den geht es indirekt in dem Stück) gemahnenden Klangrausch finden. Da werden unzählige Nuancen hörbar, da wird die Süffigkeit dieser Musik in jeder Phase hörbar. Der Klangmagier Strauss zeigt hier seine symphonische Pranke. Dirigent Graf, das Orchester, der Chor (Einstudierung: Holger Kristen) und der Kinder-und Jugendchor (Einstudierung: Lucio Golino) der Volksoper leisten perfekte Arbeit.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Der Nicht-Münchner Kunrad liebt Diemut, die Tochter des Bürgermeisters. Diese weist ihn aber vorerst ab, Kunrad lässt dank Zauberkraft die Lichter ausgehen und hält den Münchnern eine Standpauke, wie schlecht sie einst Richard Wagner behandelt hätten. Erst nach einer Liebesnacht mit Diemut geht das Licht der Stadt wieder an.

Dietrich Henschel und Kristiane Kaiser singen Kunrad und Diemut mit atemberaubender Sicherheit, erweisen sich inmitten eines tollen, großen Ensembles als exzellente Gestalter. Der Sieger dieser "Feuersnot" aber heißt Richard Strauss, der diese Würdigung mehr als verdient hat. Jubel!

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