Foto vom Familienausflug im Wald: Boris Fiala, Clara Luzia, Manuel Rubey, Cathi Priemer, Gerald Votava (mit discotauglicher Kopfbedeckung) und Gunkl (v. li. n. re.). 

 

© Jules Stipsits / Rideo

Kultur
12/27/2018

Familie Lässig geht mit Debütalbum auf Tour

Familie Lässig tourt mit ihrem kürzlich veröffentlichten Debüt "Im Herzen des Kommerz" durch Österreich.

Bei der Familie Lässig handelt es sich um eine Supergroup österreichischen Ausmaßes: Manuel Rubey, Clara Luzia, Gerald Votava, Gunkl, Boris Fiala und Cathi Priemer. Die kennt man – mehr oder weniger. Eine musizierende Familie wurde daraus, weil viele Zufälle es so wollten. Einer davon hat mit Nächstenliebe bzw. Nächstenhilfe zu tun: Manuel Rubey, Gerald Votava und Co. (damals noch ohne Clara Luzia) schlossen sich 2014 für drei Konzerte im Rahmen einer Benefizveranstaltung zusammen. Der Eintritt, der an den drei Abenden im Wiener Stadtsaal mit viel Herzblut und zahlreichen Coversongs eingespielt wurde, ging direkt an die Flüchtlingshilfe Purple Sheep.

Dass nun mit „Im Herzen des Kommerz“ das Debütalbum der Familie Lässig vorliegt, war für Manuel Rubey eine Richtungsentscheidung. „Denn wir sind jetzt rund fünf Jahre als Coverband durchs Land getingelt. Und da kam bei mir die Frage auf: ‚Wollen wir so weitermachen oder machen wir unsere erste Platte?‘“, sagt der Schauspieler zum KURIER.

Musikalisch habe man sich auch von Jahr zu Jahr gesteigert. „Und seitdem Clara mit an Bord ist, hat die Familie auch einen musikalischen Anspruch“, lacht Manuel Rubey und betont, dass das nicht immer so gewesen sei: „Die ersten Jahre war uns das nämlich ein bisschen egal. Aber durch die vielen Konzerte sind wir immer besser geworden. Außerdem ist es nur gerecht, wenn man dem Publikum etwas fürs Geld bieten kann. Ich sehe mich da als Dienstleister. Man muss jeden Abend alles reinwerfen“, sagt der 39-Jährige.

Mond

Das erste Album liefert zwölf Songs – vier davon sind Coverversionen: „Das Leichteste der Welt“ von Gisbert zu Knyphausen, „Der Mond“ von Rocko Schamoni, „Kirschen“ von Nils Koppruch und „Blumen im Sand“ von Stefanie Werger. Für Rubey war es von Anfang an klar, Coversongs auf das Album zu packen, denn „wir sind jetzt jahrelang als Coverband durch Österreich gezogen und da wäre es schon komisch gewesen, wenn wir jetzt keinen einzigen Coversong auf der Platte hätten. Eigentlich wollten wir sogar halbe-halbe machen“, betont er.

Dem Original nähert sich die Band mit der nötigen Distanz und Ehrfurcht. „Wir haben versucht, dass wir die Songs anders, neu interpretieren“, sagt Clara Luzia, die seit 2017 ein lässiges Familienmitglied ist. Dass sie einmal freiwillig in einer Coverband spielen würde, hätte sie sich vor Jahren nicht gedacht. Aber es fühle sich gut an: „Auf der Bühne zu stehen und nicht alleine den ganzen Abend schultern zu müssen, ist sehr angenehm. Ich habe durch diese Auftritte auch für meine Shows als Solo-Künstlerin viel gelernt.“

Die Ideen zu den Songs stammen von allen Bandmitgliedern: Es bringt sich jeder ein, jeder liefert das, was er kann. „Ich kann zwar nicht komponieren, aber dafür Texte schreiben“, sagt Manuel Rubey. „‚Melancholie‘, der letzte Song auf dem Album, kam fix und fertig vom Gunkl. Und ‚Applaus‘ kam von mir“, sagt Clara Luzia.

Silberrücken

Jede vorgeschlagene Melodie werde zwar innerhalb der Familie hart diskutiert, aber musikalisch gibt Schlagzeugerin Cathi Priemer den Ton an. Bei den Proben gibt es zwar immer wieder kleinere Konflikte, „aber wir sind alle sehr harmoniebedürftig. Wir können nicht lange auf einander böse sein“, sagt Manuel Rubey. Trotzdem gibt es in der Band zwei Lager, so Clara Luzia. „Da wäre einerseits die, sagen wir, jüngere Front. Zu der gehört der Boris, die Kathi, der Manuel und ich. Und dann gibt es die Silberrücken, die Led-Zeppelin-Fraktion. Das sind der Gunkl und der Gerald Votava.“

Am Mikrofon wechseln sich hauptsächlich Manuel Rubey und Clara Luzia als Leadsänger ab. „Ich wollte eigentlich, dass wir zusammen mit einer Stimme singen, aber davon war Clara nicht ganz überzeugt. Aber das wird schon noch“, sagt Manuel Rubey schelmisch. Der Schauspieler, der bei Familie Lässig auch den Gitarristen gibt, dachte nach dem Aus mit seiner damaligen Band Mondscheiner, dass er mit der Musik für immer durch sei. „Mit der Familie Lässig ist mir aber etwas Wunderbares widerfahren. Für mich ist es ein Lebenszeitgeschenk. Denn ich bin seit Jahren ein Fan von Gerald und Clara. Dass ich mit den zwei nun Musik machen darf, ist für mich eine glückliche Fügung. Da hat es das Universum gut mit mir gemeint.“

Termine:
1.1. bis 3.1. – Stadtsaal Wien (nur noch Restkarten);
11. 1. und 12. 1. – Casanova Wien
19. 1. Graz (Schauspielhaus)
20. 1. – Klagenfurt (Stadttheater)
14. 2. – Linz (Posthof)
15. 2.– Salzburg (Arge)
16. 2. – Melk (Tischlerei)