© Pressefoto Simpl/Jan Frankl

Kritik
10/18/2019

Erste Revue in Niavaranis "Simpl": Ganz nach alter Tradition

Die für viele vielleicht beruhigende Meldung zum Tag: Im Kabarett Simpl ist – fast – alles, wie es ohnedies immer war.

von Werner Rosenberger

Simpl ist – fast – alles, wie es ohnedies immer war. Kann es sein, dass der rote Bulli in der Wollzeile am Donnerstag milde lächelte? Weil bei der Premiere von „Arche Noah Luxusklasse“ alles war, wie es immer war. Seit mehr als einem Jahrhundert. Neu ist nur der Chef des Kabarett Simpl: Michael Niavarani. Die Notwendigkeit war für ihn nicht, „ein altes Kastl zu reparieren“, sondern das langlebigste Unterhaltungsformat überhaupt – die Revue – weiter am Leben zu halten. Mit neuem Ensemble (Katharina Dorian, Jennifer Frankl, Ariana Schirasi-Fard, Stefano Bernadin, Matthias Mamedof, Bernhard Murg und Joachim Brandl) geht’s Richtung Mars, denn der Stephansplatz steht unter Wasser und am Großglockner hat es 36 Grad.

Monty-Python-Sketch im Simpl

Gespielt wird bereits seit einem Monat. Bis es zu einem Premierentermin kam. Serviert wird neben Pointen zu Klimawandel („Fliegt der Bauer übers Dach, ist der Wind bei Gott nicht schwach“), Politik („Philippa Strache würde im Nationalrat nur 8.900 Euro verdienen, deshalb überlegt sie noch, ob sie nicht doch lieber etwas Ehrenamtliches machen will“), Watschen für Wien, Weltfrauentag, Hauptbeamhof, Digitalsucht und -frust ...

Außerdem fast schon fossiler, aber frisch aufgebürsteter Humor. Und der hat doch immer noch die gleiche Wirkung wie anno dazumal auf unsere Großväter-Generation.

Gelungen ist eine Neuauflage der Plaudereien über Gott und die Welt von Berger und Schöberl, bei denen dereinst Karl Farkas den Gescheiten gab, und Ernst Waldbrunn den Blöden.

Und wenn ich mir – frei nach Marlene Dietrich – was wünschen dürfte: einmal eine ganze Simpl- Revue von John Cleese. Der Monty-Python-Veteran spendierte „Nia“ zum Einstand im Simpl den hinreißend absurden Sketch „Das Hörgerät“.

Joachim Brandl ist als Conférencier ein Atlant im humoristischen Simpl-Himmel. Und Johannes Glück und Christian Frank haben die Chose musikalisch aufgepeppt.

Doch ein Unterschied ist nicht zu übersehen: Früher waren renommierte Theaterschauspieler auch im Simpl. Heute sitzen Herbert Föttinger oder Maria Happel im Publikum. Aber immerhin: Bernhard Murg, der bekannte Shakespeare-Darsteller aus dem berühmten Globe, ist ein sicherer Garant für Gaudi und Schmäh.

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