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Kultur
03/30/2020

Dua Lipa: Der Sound zur Corona-Party (ohne Freunde)

Die britische Popsängerin und Grammy-Preisträgerin veröffentlicht mit "Future Nostalgia" ein gelungenes Album, mit dem sich Disco-Feeling nach Hause holen lässt.

von Marco Weise

Während einige Popstars aufgrund der globalen Corona-Krise ihre bereits fertig aufgenommenen Songs und den damit verbundenen Business-Promo-Plan über Bord geworfen haben, hat Dua Lipa die Veröffentlichung ihres neuen Album gar um eine Woche vorgezogen - vom 3. April auf den 27. März. Der inoffizielle Grund für diesen Schritt lautet: Das Album wurde vor rund zwei Wochen geleakt, tauchte also vorab im Internet zum Download auf. Offiziell hat Dua Lipa die Veröffentlichung von „Future Nostalgia“ natürlich nur deshalb vorgezogen, um ihren Fans während der Corona-Krise ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. 

Spaß in schwierigen Zeiten

Elf neue Songs bietet die britische Sängerin mit kosovarischen Wurzeln auf ihrem Zweitwerk „Future Nostalgia“ an. Der Grundtenor dabei lautet: Sorge für Abwechslung in düsteren Zeiten. Und so konzentriert sich die 24-jährige Grammy-Gewinnerin, die durch Hits wie "New Rules" und "One Kiss" bekannt wurde, auf tanzbare Uptempo-Nummern. Eine schmusige Ballade, ein nachdenkliches Stück zum Thema Liebe und andere Baustellen gibt es nicht. "Irgendwie möchte jeder eine Ballade auf seinem Album, aber ich wollte keine. Ich habe mich einfach genauso gefühlt und wollte es genauso haben", erzählt Lipa im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. "Ich wollte, dass die Leute Spaß haben. Es ist definitiv ein Spaßalbum."

Dass es Dua Lipa mit "Future Nostalgia" vor allem in die Disco zieht, war nach den ersten beiden Singles "Don't Start Now" und "Physical" vorherzusehen. Aber es gibt nicht nur glitzerndes 70er- und 80erJahre-Feeling, sondern auch Verweise auf die 90er-Jahre. Es ist also eine musikalische Zeitreise durch die vergangenen 40 Jahre. In "Love Again" wird etwa der Song "Your Woman" der Synthie-Pop-Band White Town (1997) zitiert, der auf einem Trompeten-Solo des südafrikanischen Jazzmusikers Al Bowlly basiert. Dazu gibt es moderne Elektro-Beats und diverse Reminiszenzen an einstige Pop-Größen, die Dua Lipa in ihrem Kinderzimmer verinnerlicht hat. "Meine Eltern haben mich in der Kindheit musikalisch natürlich sehr geprägt. Neben Pop haben sie Prince, Blondie, Jamiroquai oder Moloko gehört. All diese Künstler haben mich auch bei diesem Album inspiriert", erklärt sie.

 

Obwohl es in den neuen Songs vornehmlich um Party, Spaß und gute Laune geht, zeigt die große Pop-Nachwuchshoffnung auch Haltung. Sie will Frauen ermuntern, stark zu sein und sich nichts gefallen zu lassen. Und im nachdenklichen Abschlusstrack "Boys Will Be Boys", der zu den Ruhigeren gehört, geht es der Unicef-Botschafterin um die ständige Angst von Frauen, sexuell belästigt zu werden. Daran wird sich auch nach der Corona-Krise leider wenig ändern. 

"Future Nostalgia" ist ein Album, mit dem man sich ein bisschen Party nach Hause holen kann und zu dem es sich ganz gut herumturnen lässt: Machen Sie den Hampelmann!

Warnhinweis: Dieser Text versteht sich nicht als Aufruf zur Party mit Freunde. Feiert alleine. Tanzt mit den WG-Kollegen, dem Partner, der Partnerin, den Kindern, also nur mit Menschen, die im selben Haushalt leben. 

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