Die Wahrheit und ein bisschen mehr: Belvedere zeigt Realismus

Die Wahrheit und ein bisschen mehr: Belvedere zeigt Realismus
Die Schau „Lebensnah“ stellt „realistische Malerei“ aus der Museumssammlung vor. Faktentreue erweist sich dabei als scheues Wesen

„Die Malerei soll aus nichts bestehen als  aus der Darstellung von Objekten, die für den Künstler sichtbar und greifbar sind“, schrieb   der Franzose Gustave Courbet 1855 als Leitwort zu einer bald legendären Ausstellung. Diese sollte den Begriff „Realismus“  wie einen Pflock in die Kunstgeschichte einschlagen.  

Courbets Manifest kam 15 Jahre nach dem Tod von Caspar David Friedrich, den man als  Zentralfigur der Romantik in der Malerei kennt.  „Der Maler soll nicht nur malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht“, hatte dieser seinen Kollegen als Ratschlag hinterlassen. „Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht.“  

Fakten und Feeling

Außenschau und Innenschau,  Realismus und Romantik  sind also  die großen Gegensatzpaare, um die die Kunst ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts Slalom fuhr. Dass die  Pole nicht   so klar voneinander abzugrenzen  sind, ja bisweilen eng aneinanderlagen, wird  in der Schau „Lebensnah“ im Oberen Belvedere nun deutlich.

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