Kultur
05.12.2011

"Die Schatten, die dich holen" im ORF

Der ORF zeigt einen TV-Thriller von Robert Dornhelm über finstere Vergangenheiten - mit Mavie Hörbiger, Andre M. Hennicke und Aglaia Szyszkowitz.

Wirft die Vergangenheit Schatten über die Gegenwart, dann kann es sich dabei um eine böse Sache handeln. Besonders dann, wenn sie geheimnisvoll und nicht bewältigt ist.
Klingt etwas konstruiert und ist der Plot zum Fernseh-Thriller "Die Schatten, die dich holen" (Mittwoch, 20.15 Uhr, ORF 2 ).
Robert Dornhelm hat den ORF/SWR -Thriller inszeniert. "Ich habe jetzt immer große Literaturfilme gemacht, und von Tolstoi zu einem Thriller ist es ein großer Sprung", befindet er.
Aglaia Szyszkowitz, die eine Geschäftsfrau mit Prostituierten-Vergangenheit spielt, hat sich für die Rolle eine blonde Perücke aufgesetzt. Zur weiteren Vorbereitung recherchierte sie im "Milieu": Sie sei unterwegs in der Wiener Szene gewesen und habe Damen getroffen, die in diesem Beruf arbeiten.
Das Drehbuch zu dem 2009 in Wien gedrehten Thriller lieferte Uli Bree. In weiteren Rollen: Alex Linhardt und Nicole Beutler.

Sehr fesch

Die Story: Die schöne Vera Schlink (Aglaia Szyszkowitz) hat eine gut gehende Investment-Fonds-Firma, einen feschen Mann (Bernhard Schir) und ein herziges Kind (Emily Matschni). Außerdem eine - vorerst - ebenfalls herzige Nachbarin (Mavie Hörbiger).
Man lebt in einer prächtigen Wohnung, die ausschaut wie aus dem Leiner-Katalog, in einer frisch gentrifizierten, also früher eher unansehnlichen, seit dem Zuzug von schlauen Immobilienmaklern total hippen Gegend. Margaretenplatz, wahrscheinlich.
Und gerade, als alles so schön ist, kommt die dunkle Vergangenheit ins Spiel. Vera hat eben einen Preis für ihre Leistungen als toughe Wirtschaftsfrau ("Fondsmanagerin des Jahres") bekommen, da taucht ein unangenehmer alter Bekannter auf. Kurt Matzinger (Andre M. Hennicke) will sich an Vera für die unschöne Vergangenheit rächen.

Eigenartig

Vera hat nämlich nicht immer Vera geheißen, sondern ausgerechnet Lola und als Prostituierte gearbeitet. Als
solche hat sie Zuhälter Kurt ins Gefängnis gebracht. Er will sie dafür jetzt nachhaltig in die Bredouille bringen. Was rasch gelingt. Denn Vera hat zu ihrem Mann Hannes, so schön die Ehe oberflächlich ausschaut, eine offenbar eigenartige Beziehung. In der der eine vom anderen rein gar nichts weiß.
Der arme Hannes hat keine Ahnung von Veras Vorleben, sie hat bis zum Auftauchen Kurts bestens an ihrer glatten Fassade gespachtelt. Und kaum ist er da und schaut geheimnisvoll, glaubt Ehemann Hannes schon an ein Verhältnis zwischen seiner schönen Fondsma nagerin und dem bösen Ex-Knacki. Es kommt zum Äußersten. Am Ende landen alle samt Auto in der eiskalten Donau in der Nähe vom Strandbad Kitzendorf, wo im Sommer Bobo-Familien picknicken, im Winter aber (im Film) Kinder gegen ihren Willen festgehalten werden.