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Kultur
12/05/2011

Die Freiheit hinter dem Gartenzaun

"Das größte Abenteuer der Welt" ist ein kurzweiliger Trip in die Gedankenwelt Jugendlicher. Zu sehen im Theater der Jugend.

von Susanne Lintl

Weglaufen und ein richtiges Leben haben, das wünscht sich Jonty mehr als alles andere auf der Welt. Ein richtiges Bubenleben mit Dosenschießen auf dem Jahrmarkt, Wettrennen im Einkaufswagerl oder einen Apfel klauen. Harmlose Dinge, die dem behüteten Buben bisher verwehrt blieben. Seine Mutter wird schon hysterisch, wenn er nur mit anderen Kindern nach der Schule auf den Spielplatz gehen will.

Aber dann klettert der ausgebuffte Mickser über die Gartenmauer und nimmt Jonty mit in die Welt "da draußen" mit ihren Freuden und Tücken. Als Dritte im Bunde gesellt sich die resolute Nadja zu ihnen.

Es ist eine kunterbunte Reise in die Welt kindlicher Entdeckerlust, des zumindest kurzfristigen Sich-Abnabelns von den Eltern, zu der Regisseur Henry Mason die Kinder und Erwachsenen im Renaissancetheater mitnimmt. Ein kurzweiliger Trip in die Gedankenwelt Jugendlicher, die hin- und hergerissen sind zwischen dem Bedürfnis, ultracool zu wirken und doch noch abends ihre Streicheleinheiten von Mama bekommen wollen. "Ein Stück über das Erwachsenwerden zu schreiben" war die Intention des britischen Autors Shaun Prendergast, der als Zuschauer zufrieden verfolgte, was die Wiener Theaterprofis aus seinem Stück gemacht haben.

Begeistert von "Jonty" Jan Alexander Zabbée, "Mickser" Joe Ellersdorfer und "Nadia" Natalie Ananda Assmann war auch das unbestechliche, vorwiegend aus Sechs- bis Zehnjährigen bestehende Publikum. Ein bisschen Lust auf Abenteuer, das hat doch jeder.

KURIER-Wertung: **** von *****