Beamtin mit Leib und Seele: Sabine Haupt in "Der Fiskus" (im Hintergrund: Deleila Piasko)

© BURGTHEATER/MARCELLA RUIZ CRUZ

Kritik
05/25/2021

Die Beamtinnen, die ihr ganzes Leben der Steuergerechtigkeit ...

Anita Vulesica brachte „Der Fiskus“ von Felicia Zeller im Kasino des Burgtheaters zur schwungvollen Erstaufführung

von Thomas Trenkler

Felicia Zeller hat Humor. Auf der Website der Autorin, Jahrgang 1970 , leuchtet das Wort „Wirtschaftsdramatik“ auf. Denn nach „Die Akte“ und „Die Firma“ folge jetzt „Der Fiskus“.

 

In einem baufälligen Finanzamt versucht ein Team, Steuersündern auf die Schliche zu kommen. Man plaudert in Ellipsen, lässt also das Zeitwort weg. Und die meisten haben sprechende Namen. Bea Mtinnen weiß alles, ihr ganzes Leben hat sie der Steuergerechtigkeit gewidmet. Aber die jüngere Nele Neuer, eine Karrieristin, wird befördert. Elfi Nanzen betätigt bei komplexen Fällen die „Durchwinktaste“. Mit ihrem Kollegen und Ehemann Reiner Lös verbindet sie die Freude am Veranlagen: Eine Scheidung wäre finanziell das Dümmste überhaupt. Und immer wieder schneit Betriebsprüferin Angie Außen herein, um von ihren Coups zu erzählen.

Lockenperücken

Im Kasino des Burgtheaters merkt man an einem Detail, dass „Der Fiskus“ über korrekte, jedoch recht ungelittene Menschen vor Corona (Anfang 2020) und dem Homeoffice uraufgeführt wurde. Denn die Beamtinnen können sich über „häusliche Arbeitszimmer“ erregen, die zwar in den Steuererklärungen deklariert wurden, aber nicht existieren.

Doch die Inszenierung ist ohnedies aus der Zeit gefallen: Henrike Engel stattete das Plastikplanen-Baustellenbüro mit Uralt-Computern und Faxmaschinen aus; Janina Brinkmann steckte das spielfreudige Ensemble – u. a. Stefanie Dvorak, Deleila Piasko, Dorothee Hartinger, Bardo Böhlefeld – in hinreißende 80er-Jahr-Outfits samt Lockenperücken. Und Regisseurin Anita Vulesica gelang ein durchrhythmisierter Abend voll Tiefgang wie Leichtigkeit. Sabine Haupt besticht als verschrobene, übereifrige, mies behandelte Bea Mtinnen.

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