Monika Helfer

Mit "Vati" auf der Shortlist: Monika Helfer

© Kurier / Kurier/Bildagentur Muehlanger

Kultur
09/21/2021

Deutscher Buchpreis: Helfer und Gstrein auf der Shortlist

Nominiert sind zudem Bücher von Kracht, Kunst, Sanyal und Strubel. Preisverleihung am 18. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse

Mit Monika Helfer ("Vati") und Norbert Gstrein ("Der zweite Jakob") haben es zwei Österreicher in die Endauswahl für den Deutschen Buchpreis 2021 geschafft: Auf der am Dienstag bekannt gegebenen Shortlist finden sich weiters noch Christian Kracht mit "Eurotrash", Thomas Kunst mit "Zandschower Klinken", Mithu Sanyal mit "Identitti" sowie Antje Rávik Strubels "Blaue Frau". Der Sieger oder die Siegerin wird am 18. Oktober zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse verkündet.

 

Somit hat die Vorarlbergerin Monika Helfer in diesem Herbst gleich zwei große Preischancen, ist sie doch auch für den Österreichischen Buchpreis nominiert, der am 8. November im Rahmen der "Buch Wien" vergeben wird. Die dortige Shortlist wird am 7. Oktober bekannt gegeben. Bei "Vati" handelt es sich um die Fortsetzung ihres autobiografischen Bestsellers "Die Bagage". Hatte sie dort noch das Leben der Großeltern als Außenseiter geschildert, fokussiert sie in "Vati" (Hanser Verlag) auf ihre eigenen Eltern, von denen sie berichtet, und es ist sie selbst, die im Kreise von Geschwistern mit einer stillen, zurückgezogenen Mutter und einem verschrobenen, eigenbrötlerischen Vater auskommen muss.

Gstrein, der jüngst mit dem mit 25.00 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet wurde, widmet sich in "Der zweite Jakob" (Hanser) der Lebensbeichte eines Filmstars. Darin erzählt er in vorsätzlicher Undeutlichkeit von Schuld und Machismo, von Prominenz und Fremdheit, von den USA und Tirol.

Für Jurysprecher Knut Cordsen, Kulturredakteur beim Bayerischen Rundfunk zeugen die sechs Finalistinnen und Finalisten "den stilistischen, formalen und thematischen Reichtum der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und zeugen von der immensen Lust und hohen Könnerschaft, Geschichten zu erzählen", wie es in der Aussendung heißt. "Darüber hinaus reflektieren alle nominierten Titel das eigene Schreiben, loten seine Möglichkeiten und seine Grenzen aus. Es sind künstlerisch herausragende Romane, die bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Topoi und Schreibweisen eines vereint: Sie sind alle auf je eigene Weise ausgezeichnet und haben jeder für sich die Jury überzeugt."

In diesem Jahr hatten 125 Verlage insgesamt 197 Romane eingereicht, ein neuer Rekord. Dazu konnte die Jury weitere Bücher selbst vorschlagen, dass schließlich 230 Titel gesichtet wurden, die zwischen Oktober 2020 und dem 21. September 2021 erschienen sind oder noch erscheinen. Sprecher der diesjährigen siebenköpfigen Jury, der aus Österreich "Presse"-Redakteurin Anne-Catherine Simon angehört, ist der Kulturredakteur Knut Cordsen vom Bayerischen Rundfunk. Der Preisträger oder die Preisträgerin erhält 25.000 Euro, die übrigen fünf Autorinnen und Autoren der Shortlist jeweils 2.500 Euro.

Auf der 20 Titel umfassenden Longlist hatten sich heuer fünf österreichische Autorinnen und Autoren gefunden: Neben den nun für die Shortlist Nominierten waren das Franzobels Roman "Die Eroberung Amerikas", die zur Gedächtnis-Expedition werdende Vater-Sohn-Wanderung "Zu den Elefanten" des in Wien lebenden Historikers Peter Karoshi und "Mein Lieblingstier heißt Winter", der erste Roman von Bachmann-Preisträger Ferdinand Schmalz.

Christian Kracht stand unterdessen auch im Finale des Schweizer Buchpreises, hat sein Buch aber jetzt zurückgezogen - und verzichtet damit auf die Auszeichnung. Kracht habe die Trägerschaft des Schweizer Buchpreises in einem Brief darüber informiert, teilte der Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV) am Dienstag mit. Zur Begründung habe der Autor angegeben, er möchte "der Diskussion über die Förderung meines Werkes, wie sie bisweilen in einigen Schweizer Medien betrieben wird, nicht weiteren Stoff liefern". Zudem habe Kracht den Schweizer Buchpreis bereits 2016 erhalten und wollen nun den anderen vier nominierten Autorinnen und Autoren eine höhere Chance geben, heißt es in der SBVV-Aussendung weiter. Der Preis soll am 7. November im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals BuchBasel vergeben werden - an eine oder einen der vier verbleibenden Kandidaten.

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