Kultur
28.05.2018

Christopher Just: Vom DJ-Pult in die "Wiener Fashionwelt"

Christopher Justs neuer Roman "Catania Airport Club" ist eine mühsame Angelegenheit.

Der in den 1990er- und Nullerjahren in Wien umtriebige Christopher Just ging es nach seiner gescheiterten Auswanderung nach New York und seiner Rückkehr in die Donaumetropole in den vergangenen Jahren ruhiger an. Man bekam vom erfolgreichen Techno-Produzenten keinen neuen Track serviert – auch in Wiener Szenelokalen wurde er nur noch selten hinter dem DJ-Pult gesichtet. Der mittlerweile 50-jährige „Disco Dancer“ hat sich aber nicht in die Frühpension verabschiedet, sondern angefangen, zu schreiben. Entstanden ist so sein Debütroman, eine mehr als 500 Seiten umfassende Geschichte über den Moddetektiv Augustin Johnny Sandemann – ein gut aussehender, amphetaminsüchtiger Privatermittler in seinen besten Jahren.

Damit gelang ihm eine durchaus unterhaltsame, phasenweise zu bemühte und aufgeblasene Krimigeschichte über einen Mord in der Wiener Unterwelt.

Nur wenige Monate nach seinem Debüt legt Just nach und seinen zweiten opulenten Buchziegel vor. Mit „ Catania Airport Club“ entführt er diesmal auf 514 (!) Seiten in „die glamouröse Wiener Fashionwelt“ (hat es die jemals gegeben?), wo dann natürlich harte Drinks und softe Drogen konsumiert werden.

Justs Humor und Schreiberei sind auch hier wieder äußerst gewöhnungsbedürftig und erschließen sich wohl nur Insidern. David Schalko und Joachim Lottmann dürften solche sein: Sie liefern zumindest für den Verlag die üblichen Lobeshymnen ab. Die einzig glaubwürdige Empfehlung für bzw. gegen das Buch liefert Rocko Schamoni: „Ich habe das Buch nicht gelesen.“ Dem kann man sich anschließen. Denn die viel zu lange Geschichte strotzt vor absurden Wortkreationen, die lustig sein wollen – aber es viel zu selten sind.