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Literatur
02/21/2020

Buchkritik: Umberto Eco und "Der ewige Faschismus"

Harmonie zwischen den Völkern heißt nicht, alles gleichförmig zu machen.

von Peter Pisa

Fünf Reden von Umberto Eco (Foto oben), gehalten in den 1990-er Jahren. Wenn man sie liest, merkt man nicht nur in Italien, dass er fehlt. (2016 ist Eco gestorben.) Weil seine Intelligenz „die Verschwörung der Hohlköpfe, die sich gern als Populisten bezeichnen lassen“ demontieren könnte – so drückt sich Roberto Saviano aus: Als sich der Journalist mit der Camorra anlegte, geriet er in Lebensgefahr. Umberto Eco war der Erste und zunächst Einzige, der mutig zu Savianos Schutz aufrief.

Lebendig

Es sind Reden, in denen Umberto Eco z.B. erklärt hat, dass es ein Fehler wäre, den Faschismus ausschließlich historisch zu sehen: Es gebe einen Ur-Faschismus, und der sei lebendiger denn je.

Um Migration und Intoleranz geht es, alle seine Gedanken regen die eigenen an. Es ist die Suche nach Harmonie zwischen Völkern – wobei Harmonie heißt, die „Dinge“ mögen gedeihen.

Denn Gleichförmigkeit bedeutet bloß, sie verkümmern zu lassen.

 

Umberto Eco:
„Der ewige
Faschismus
Übersetzt von Burkhart Kroeber.
Vorwort von
Roberto Saviano.
Hanser Verlag.
80 Seiten.
10,30 Euro.

KURIER-Wertung: ****