Bachmannpreis, Tag 2: Alles ist gut.

Helga Schubert, mit 80 Jahren älteste Bachmannpreis-Teilnehmerin
Wettlesen in Klagenfurt: Proseminare, Meister Yoda, diskursive Sanftmut und Klischeekanone.

Die brennende Frage am zweiten Tag des 44. Wettlesens um den Ingeborg-Bachmann-Preis  lautete: Wird der neue Juror Philipp Tingler auch heute wieder in unnachahmlicher Weise um sich schlagen und sowohl Autoren als auch seinen Jury-Kollegen ausrichten, dass sie keine Ahnung haben?

Die gute Nachricht: Ja, macht er.

Der Wettbewerb findet coronabedingt ja heuer sozusagen virtuell statt: Moderator Christian Ankowitsch ist im Studio alleine, die Lesungen wurden vorab aufgezeichnet, die Juroren sind aus dem Heimbüro zugeschaltet.

Den Auftakt am Freitag machte die älteste Autorin, die je am Bewerb teilgenommen hat: Die Berlinerin Helga Schubert, 80, war schon 1980 eingeladen, die DDR ließ sie aber nicht ausreisen. Dass sie jetzt doch noch dabei ist, empfindet sie als „kleinen Sieg über die Diktatur“.

In ihrer wunderbar uneitlen Erzählung erinnerte sie sich an eine Nachkriegskindheit und an das Leben ihrer Mutter. Großartiges Ende: „Alles gut.“

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