Augen auf: Fotografie in Wien

Beim Fotografiefestival Eyes On können den gesamten November über Liebhaber aus 225 Ausstellungen in ganz Wien wählen. Ein Überblick über die besten Bilder.

Das Fotografiefestival "Eyes On" ist eines der größten in Europa. Den gesamten November über können Fotografieliebhaber aus 225 Ausstellungen in ganz Wien wählen. Von stimmungsvollen Konzerten und verspielten Aktbildern über klassische Porträts und formalistischer Architektur hin zu  futuristischer Photoshopbearbeitung und skurrilen Alltagsmomenten. In "Eyes On" hat alles Platz. Die teilnehmenden Fotografen sind thematisch nicht durch ein Motto oder einem bestimmten Themenschwerpunkt beschränkt. Als Plattform für Fotografie bietet "Eyes On“ eine hervorragende Vermarktungsmöglichkeit für junge Nachwuchstalente und Galerien wie Julius Hummel und Hubert Winter sowie Off Spaces wie das brick5.

"Das Interesse der KünstlerInnen und Institutionen an "Eyes On" ist enorm und das große Engagement aller spornt uns an und zeigt zugleich, dass der begonnene Weg ein guter ist“ freut sich Thomas Licek, der von Beginn an für das Festival der künstlerischen Fotografie in Wien verantwortlich zeichnet.

 

Eyey On

Die besten Ausstellungen bei Eyes-On

In "Eiterquellen" beschäftigt Stefan Fürtbauer mit Wiener Imbissbuden und der etwas anderen Wiener Imbiss‐Kultur. Im Stilwerk noch bis zum 12.11. zu sehen. Was geschieht eigentlichen hinter den Kulissen im Museum? Klaus Pichler gibt in "Skeletons in the Closet" einen unwahrscheinlichen, aber amüsanten Einblick. im Naturhistorischen Museum.Vom 16.11 bis 6.1.2013 im Naturhistorischen Museum Wien. "Im Kurhotel" in der Galerie Michala Stock. Fotograf: Marko Zink. Vom 14.November bis zum 12. Jänner 2013. "Me Myself & Them" Gruppenausstellung  im Künstlerhaus: vom 17.11.-02.12.2012 Die Wiener Modemacherin Susanne Bisovsky gilt als Wiederentdeckerin anderer Zeiten und Kulturen. In der Kunsthalle Wien ist sie mit ihrer fotografischen Serie über Frida zu sehen. Noch bis 6.1. 2013. Architektur im ehemaligen Yugoslawien. "Suche nach YU". Noch bis zum 12. November im Architekturzentrum Wien. Mit den digitalen Collagen der Ausstellung Kunst/Köpfe will Christoph Überhofer die Brüche zwischen Vereinahmung und Ausstoßung österreichischer Künstler thematisieren. In der Galerie Klasan vom 16.11. bis 15.12. "Kanalforellen" zeigt Ratten in ihrer ganzen Schönheit.   Vom 6. bis zum 18. November im Atelier Miniatur. "Shooting Girls" im Jüdischen Museum Wien: Die Auswahl von Arbeiten von rund 30 Wiener jüdischen Fotografinnen zeigt nicht zuletzt auch ein Bild des sich rasant wandelnden modernen Frauenbildes, auch und gerade in jüdischen Kreisen. 
Noch bis zum 3. März 2013 "Me, Myself & I" in der Galerie Anzenberger: Sieben Fotografinnen über sich selbst. Noch bis 31. Jänner 2013. "Foto-Automaten-Kunst": Das KunstHausWien zeigt, wie der Fotoautomat seit seiner Einführung Ende der 1920er Künstler und Amateure begeisterte. "Flächen Wiens" im Schikaneder. Vom 1.11 bis zum 2.12. "Das Feminine im Wiener Aktionismus. Aspekte aktueller Fotografie" "Leben eben" in der Galerie Ulrike Hrobsky von Andrea Freiberger. Die Künsterlin setzt die in ihren Collagen entwickelte Formensprache konsequent ins Medium der Fotografie um. Vom 23.11. bis 22.12. Die Ausstellung "Nachhaltige Welten" bietet Gelegenheit, Perspektiven zeitgenössischer afrikanischer Teilnehmer der Fotobiennale Bamako (Mali) in Wien zu präsentieren. Im Museum für Völerkunde noch bis zum 26. November. Hunde und Menschen gleichen einander. Mythos oder Realität? Birgit Reidinger greift diese Frage in ihrer Ausstellung „Sehen Sie aus wie Ihr Hund?" auf. Vom 7. - 29. November passend zum Thema in der VetMed. "Two Cities" ist eine fotodokumentarische Ausstellung über Lissabon und Wien. Andreas Punz gibt zugleich sehr persönliche Einblicke in die beiden Metropolen. Vom 8. - 29. November im Zweitbester.

Hintergrund

Europäisches Netzwerk

Heuer findet Eyes On bereits zum fünften Mal statt. Seit 2004 wird das Festival alle zwei Jahre ausgetragen. Eyes On bietet auch eine europäische Vernetzung. Als Teil des europäischen Monats der Fotografie werden Ausstellungen zwischen den Städten Wien, Berlin und Paris koordiniert. 2006 stießen auch Bratislava und Luxemburg zu dem Städtenetzwerk, 2012 traten noch Ljubiljana und Budapest bei.

Die Entwicklung gibt den Initiatoren Recht: Im Gründungsjahr 2004 fing man mit 80 Ausstellungen an, 2006 waren es über 100, 2008 gab es 125 Ausstellungen zu sehen und 2010 waren es bereits 200. Die Besucherzahlen erhöhten sich von 200.000 im Jahr 2004 auf 350.000 Besucher im Jahr 2010 – eine Steigerung von 75 Prozent.


DistURBANces

Utopien und Dystopien im MUSA

Im Rahmen von "Eyes On - Monat der Fotografie" zeigt das MUSA bis 5. Jänner 2013 die Ausstellung "DistURBANces". Die von sieben europäischen Partnerstädten kuratierte Schau, befasst sich mit der zunehmenden Verflechtung zwischen Realität und Fiktion. Zukunftsvisionen werden immer schneller von der Realität überholt. Zugleich finden solche Darstellungen meist virtuell statt, was die Unterscheidung nicht gerade einfacher macht. Gegenwart und Zukunft sind eins geworden. Die Bilder zur Ausstellung "DistURBANces". Doch kann Fiktion Realität übertreffen? "DistURBANces" bietet neue künstlerische Perspektiven auf die urbanen, technologischen und politischen Entwicklungen an.Peter Bialobrzeski, Paradise Now, #18, 2009 Und welchen Einfluss haben diese Entwicklungen auf die Menschen selbst?Justine Blau, The Circumference of the Cumanán Cactus, 2010, Leuchtbox "DistURBANces" zeigt die Utopien und Dystopien, die Künstler wie Thibault Brunet oder Justine Blau aus der gegenwärtigen Situation generiert haben. Thibault Brunet, 29/09/2010-16h33, aus der Serie "Vice-City", 2010 Die Ausstellung im MUSA findet im Rahmen des größten Fotografie-Festivals Österreichs, "Eyes On - Monat der Fotografie", im November in Wien statt.diSTRUKTURA, Romania 2, aus der Serie "Face to Face", Lambda-Print, 2010 Mit "DistURBANces" wurde das Festival am Montag im MUSA eröffnet. Das Museum neben dem Rathaus dient auch in diesem Jahr wieder als Infopoint und Festivalzentrum.Aldo Giannotti, A Rewinding Journey, 2007, Videostill Die Ausstellung wurde von den sieben Partnerstädten des Festivals kuratiert: Berlin, Bratislava, Budapest, Ljubljana, Luxemburg, Paris und Wien.Ilkka Halso, Kitka-River, aus der Serie "Museum of Nature" (Triptychon), 2004 Gezeigt werden neben Fotografien und Videos auch Objektarbeiten.Robert F. Hammerstiel, Waste Land, 2011, C-Print auf Acrylglas in Acrylglasbox Robert F. Hammerstiel, Waste Land, 2011, C-Print auf Acrylglas in Acrylglasbox Thematisiert wird auch die von Menschenhand verursachte "Störung" der Natur.Paul Horn & Lotte Lyon, NEUFUNDLAND ("City 1" aus der gleichnamigen Foto- und Postkartenserie) 2001 Paul Horn & Lotte Lyon, NEUFUNDLAND ("City 3" aus der gleichnamigen Foto- und Postkartenserie) 2001 Daniel Leidenfrost, November, 2010 "DistURBANces" ist von 30. Oktober bis 5. Jänner im MUSA (Felderstraße 6-8, neben dem Rathaus) bei freiem Eintritt zu besichtigen. Öffnungszeiten: Di, Mi, Fr 11 bis 18h, Do 11-20h, Sa 11-16hReiner Riedler, Superman, Kremlin, Turkey, aus der Serie "Fake Holidays", 2006

Klangbild

Konzertfotografie: Die Kunst des richtigen Moments

"Klangbild" zeigt Konzertfotografien im neuen Kontext. Meist im Zuge der alltäglichen medialen Berichterstattung entstanden, wollen die fünf Fotografen die Aufmerksamkeit auf den künstlerischen Aspekt ihrer Arbeiten lenken.

Bild: Christoph Liebentritt, The Hives Dass das Internet den Abstand zwischen Ereignis und Berichterstattung erheblich verkürzt hat, dürfte ja hinlänglich bekannt sein. In der Praxis liegen dann oft nur wenige Minuten zwischen Aufnahme und Veröffentlichung der Konzertbilder.Bild: Christoph Liebentritt, Skunk Anansie Zeit für digitale Nachbearbeitung und einen zweiten Schliff, bleibt da meist nicht. Dafür durchwühlte unter anderem Matthias Hombauer sein Archiv auf der Suche nach den gelungensten Aufnahmen. Hombauers Bilder von Künstlern wie The Prodigy, Linkin Park, The Flaming Lips, Leonard Cohen und Red Hot Chili Peppers wurden auch bereits in internationalen Magazinen veröffentlicht.Bild: Christoph Liebentritt, Paul Kalkbrenner "Bei der Auswahl der Bilder haben technische, ästhetische und künstlerische Aspekte eine Rolle gespielt. Unser Ziel war es eine stimmige Ausstellung zu kuratieren, in der dennoch die Handschrift der Künstler nicht zu kurz kommt."Bild: Mona Hermann, Black Rebel Motorcycle Club Die persönlichen Stile ergeben sich "aus den unterschiedlichen Tätigkeiten außerhalb des Bühnengrabens." So ist etwa Mona Hermann neben ihrem Studium an der Akademie der bildenden Künste für das freie Musikmagazin FM5 tätig.Bild: Mona Hermann, Dillon In "Klangbild Vienna 2012" ist das ganze Spektrum an Konzerten abgebildet. Von ruhigen, stillen, fast intimen Momenten mit Dillon, zu energiegeladenen Clubkonzerten mit Atari Teenage Riot (Bild: Matthias Hombauer) ... ... hin zu exaltiertem Herumgehüpfe auf großer Bühne (Bild: Christoph Stiller, Mia). Stillhalten: Der Konzertfotograf kann sich sein Motiv nicht richten wie er will, sondern muss sich auf den Moment einstellen. Bild: Mona Hermann, Yessayer Die Konzerte selbst können sich die fünf Jungfotografen hingegen sehrwohl aussuchen. Die Auswahl wird dabei meist "nach dem persönlichen Musikgeschmack getroffen."Bild: Matthias Hombauer, Fink "Das ist der Vorteil, den wir gegenüber hauptberuflichen Pressefotografen haben. Wir müssen keine Künstler fotografieren, an denen wir kein Interesse haben."Bild: Matthias Hombauer, LaDisput Auf spezielle Musikstile oder Lichtstimmungen hätten sie sich aber nicht spezialisiert.Bild: Nikolaus Ostermann, Foals "Grundsätzlich kann man sagen, dass es unterschiedlich schwer zu fotografierende Konzerte gibt. Wenig Licht bzw. das falsche Licht auf der Bühne, kombiniert mit falschem Nebel und schnellen Bewegungen sind schwer zu fotografieren."Bild: Nikolaus Ostermann, Retro Stefson Neben dem künstlerischen Gestaltungsspielraum, die durch die gewählte Perspektive und den Bildausschnitt bestimmt wird, ist Konzertfotografie also vor allem eine handwerkliche Herausforderung.Bild: Nikolaus Ostermann, Sleep Party People Die Ausstellung findet in Kooperation mit "Eyes On - Monat der Fotografie" statt. Das Fotografiefestival bietet den Veranstaltern von "Klangbild" eine hervorragende Plattform auf ihre Ausstellung aufmerksam zu machen.Bild: Christoph Stiller, Cardiac Output "Klangbilder Vienna 2012": 1. - 7. November im Ragnarhof Wien (Grundsteingasse 12, 1160 Wien). Neben stimmungsvollen Bildern, lockt die Ausstellung außerdem mit Acoustic & DJ Sets von Friedrich & Ludwig und Treibgut.Bild: Christoph Stiller, Megadeath
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