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kritik
11/11/2013

Alles dreht sich, alles bewegt sich

Jan Machaceks "Normarena" ist Montag und Dienstag noch im brut zu sehen.

Performancekunst als Perpetuum mobile von Bewegung, Sprache und Bildern: der Körper außerhalb gesellschaftlicher Konventionen steht im Mittelpunkt von Jan Machaceks „Normarena“ mit Max Mayer bei brut im Konzerthaus (noch bis 12.11.).

Der um das Prinzip des Weitergehens kreisende Text Gerhild Steinbuchs spiegelt sich in Machaceks Inszenierung, Choreografie und Raum sowie in Mayers faszinierender Interpretation wider. Alles unterliegt einer permanenten Wandlung, sei es die Mimik Mayers, die sich bis zu Grimassen verzerrt, seine sich bis zum Sprechgesang steigernde Beherrschung der Sprache oder die unterschiedlich schnell rotierende Zylinder-Installation Machaceks. Selbst der praktikable schwarze Overall mutiert zu einem glänzenden Kunstobjekt (Kostüm: Lise Lendais). Grenzen werden im Text angesprochen, von der Bewegung kommend jedoch permanent überschritten, meist unterstützt von der Livemusik Oliver Stotzs.

Mayer, Nestroy Preisträger als in de Kategorie Bester Schauspieler 2011, vermag abwechselnd als Zuseher, Kämpfender und Getriebener mit seiner Körpersprache auch dann zu überzeugen, wenn der Text Pausen macht. Als Performer bringt er Sinnlichkeit in das Techno-Konzept Machaceks. Nicht nur der Kopf, sondern der ganze Körper wird zum Archiv für Erlebnisse, tritt in einen Dialog mit Projektionen der eigenen Persönlichkeit und bekommt die Gelegenheit, sich im Aufstand gegen die von Oberflächlichkeiten beherrschte Norm zu behaupten.

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