© Staatsoper Wien

Kritik Staatsoper
03/15/2013

"Aida": Schöne Stimmen bei der Hommage an Verona

Bei der Wiederaufnahme von Verdis "Aida" in der Staatsoper wussten die Sänger fast durchgehend zu überzeugen.

von Gert Korentschnig

An der Wiener Staatsoper ist seit Donnerstag wieder Giuseppe Verdis „Aida“ zu hören – ein Werk, das szenisch meist problematisch ist und zuletzt in Wien nur überzeugte, als Peter Konwitschny die große Schlachtplatte fein sezierte und mit kluger Ironie sämtliche Klischees hinwegfegte.

Dem Vernehmen nach hätte die aktuelle Spielserie auch neu inszeniert werden sollen, wozu es aber leider nicht kam. So ist immer noch die Inszenierung von Nicolas Joel zu sehen (mittlerweile freilich überarbeitet und neu aufgeputzt, weshalb es offiziell „nach einer Regie von Nicolas Joel“ heißt).

Premiere hatte diese Produktion im Jahr 1984 mit Lorin Maazel am Pult. Die Kostüme erinnern an ein Faschingsfest und würden besser in die Arena von Verona passen. Aber reden wir lieber von den Stärken dieser Wiederaufnahme: Die Sänger wissen fast durchgehend zu überzeugen.

Gute Hausdebüts

Jorge de León ist ein Radames mit großem Tenor, sicher in der Höhe, nicht immer kultiviert, aber im Finale berührend. Kristin Lewis, die neue Sklavin am ägyptischen Hof, ist eine lyrische Aida mit starker Persönlichkeit. Olga Borodina, die ebenso wie Lewis ihr Hausdebüt an der Staatsoper feierte, ist eine stimmlich geradezu ideale Amneris mit ausdrucksstarkem, kraftvollem, farbenprächtigem Mezzo. Gut besetzt ist auch Dan Paul Dumitrescu als Ramfis, während Markus Marquardt als Amonasro und Janusz Monarcha als König nicht sehr markant singen.

Das Dirigat von Pinchas Steinberg ist solide, wenn auch nicht sehr differenziert, manchmal wackelt es in der Koordination mit dem Chor, der Nil-Akt und die Schlussszene gelangen aber überzeugend.

KURIER-Wertung: **** von *****

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