In „Raya und der letzte Drache“ freundet sich eine Prinzessin mit einem lieben Wasserdrachen an 

© DISNEY/Disney

Film
02/25/2021

Abenteuer auf Disney+: Meine beste Freundin, ein Drache

Disneys neuer Animationsfilm "Raya und der letzte Drache“ sucht Diversität und findet einen Drachen. Ein Gespräch mit dem Filmteam

von Alexandra Seibel

„Notiz an mich selbst: Bloß nicht sterben!“

Wenn Prinzessin Raya mit diesem guten Vorsatz kampfbereit feindliches Land betritt, ist sie die erste Disney-Heldin, die je aus Südostasien stammte. Darauf ist das Maus-Studio mächtig stolz.

War es zuletzt die Häuptlingstochter „Vaiana“ (2016), mit der Disney einen Ausflug Richtung Polynesien startete, so ist es diesmal „Raya“, die Diversität garantiert: Raya ist die Prinzessin von „Herz“, einem Teilgebiet des Reiches Kumandra, das zerfallen ist – in fünf Länder, die von einer feindlichen Macht bedroht werden. Um der Gefahr Einhalt zu gebieten, macht sich Raya auf die Suche nach Sisu, dem letzten Drachen von Kumandra, der den Frieden wieder herstellen kann.

Nun spielt Disneys 59. Animationsfilm „Raya und der letzte Drache“ – ab 5. März auf Disney+ mit VIP-Zugang abrufbar – natürlich in einem fiktionalen Land. Doch das magische Kumandra ist eindeutig von den Ländern Südostasiens inspiriert.

Ähnlich wie bei der Produktion von „Viana“, wurde auch bei der Herstellung von „Raya und der letzte Drache“ eine Gruppe von Experten herangezogen, die eine möglichst authentische Darstellung des Kulturraumes garantieren sollten. Keine leichte Aufgabe, nachdem Südostasien aus elf Ländern mit höchst unterschiedlichen Prägungen besteht.

Disney mobilisierte daher ein sehr diverses Team, das seine kulturellen Erfahrungen in die Darstellung von Kumandra und seiner Bewohner einfließen ließ. Adele Lim zum Beispiel, eine in Malaysien geborene Drehbuchautorin, die sich mit ihrer Arbeit an dem Kino-Hit „Crazy Rich Asians“ profiliert hatte und mit dem vietnamesisch-amerikanischen Autor Qui Nguyen das Drehbuch schrieb: „Ich arbeite schon so lange in Hollywood und hatte noch nie die Möglichkeit, meine südostasiatische Herkunft zum Thema zu machen“, erzählt Lim im KURIER-Gespräch via Videokonferenz begeistert: „Meine eigenen Erfahrung und die vieler Kollegen flossen in den Film ein. Es war eine tolle Sache.“

Zudem stemmen drei weibliche Hauptfiguren die Geschichte – inklusive dem Titel-Drachen Sisu, der sich als weiblich entpuppt, sofort Rayas beste Freundin wird und in der Originalfassung die Stimme von der umwerfenden Rapperin und Schauspielerin Awkwafina hat: „Wir haben uns dafür entschieden, einen weiblichen Drachen zu nehmen, weil uns klar wurde, wie viel Spaß wir mit einem Freundinnen-Film haben würden. So viele gibt es ja nicht in Hollywood“, grinst Osnat Shurer, israelische Filmproduzentin; sie produzierte bereits „Vaiana“ und ist nun auch bei „Raya“ im Boot. „Außerdem haben wir darauf geachtet, dass jede Menschengruppe zur Hälfte aus Männern und zur Hälfte aus Frauen besteht. Egal, ob die Szene in der Küche oder auf dem Schlachtfeld spielt.“

Vertrauen

Ein wichtiger roter Faden, der sich durch Rayas Abenteuer im Kampf gegen die bösen Mächte heraus präpariert, ist die Forderung nach Vertrauen: Wenn die Völker der zerstrittenen Teilgebiete von Kumandra nicht Vertrauen zueinander fassen, ist der Kampf verloren.

Diese Botschaft – obwohl von Disney-typischer Allgemeingültigkeit – bekam im Zuge der politischen Verhältnisse während der letzten sechs Jahre, in denen „Raya“ entstand, brisante Bedeutung: „Wir leben in einer komplett zersplitterten Welt“, so Adele Lim eindringlich: „Der einzige Weg, diese Fremdheiten untereinander zu überwinden, ist, einander zu vertrauen. Es geht nicht darum, eine Einheitskultur zu fordern, nach der sich alle richten müssen, sondern sich zu fragen: Wie können wir uns miteinander verbinden? Dazu braucht es Vertrauen – und das ist auch die Lektion, die Raya von Sisu lernt.“

Homeoffice

Vertrauen ist auch das Stichwort, das das gesamte Filmteam bei der Arbeit begleitete: Nachdem im März letzten Jahres der Lockdown ausgerufen wurde, verschwanden über 450 Mitarbeiter, die an dem Film arbeiteten, in ihr Homeoffice: „Dazu muss ich eines sagen“, sagt Don Hall, Disney-Veteran und gemeinsam mit Carlos López Estrada Regisseur von „Raya“: „In den letzten Jahren hat sich die Technologie, die wir bei Disney verwenden, unglaublich verändert. Aber eines ist gleich geblieben: Die gemeinschaftliche Kultur. Die Art und Weise, wie wir bei Disney Filme machen, ist unglaublich kollaborativ. Alle haben ein Mitspracherecht. Und das funktioniert dadurch, dass man sich im gleichen Gebäude befindet und redet.“

Daher war auch der Verlust dieser unmittelbaren Zusammenarbeit die größte Sorge: „Doch es hat geklappt – und das spricht für uns alle.“

Dass der Film, gedacht für die große Leinwand, nun vielerorts nur als Stream zugänglich ist, kann Don Hall nicht erschüttern: „Wir sind sehr stolz auf unseren Film. Und wir wollen, dass ihn möglichst viele Leute sehen können.“

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