Kultur
20.02.2018

50 Jahre Columbo: "Nur noch eine Frage"

Vor genau 50 Jahren lief die allererste "Columbo"-Folge.

Kindheitserinnerungen: 70er-Jahre. Die Mutter liebte die amerikanischen Krimiserien dieser Ära: "Die Straßen von San Francisco", "Kojak", "Petrocelli". Wenn man Glück hatte, durfte man aufbleiben und mitschauen. Aber nur eine Serie faszinierte mich damals wirklich: "Columbo".

Ein altersloser Mann im faltigen Mantel, begleitet stets von einem altersschwachen Peugeot-Cabrio, einem Hund namens "Hund", einer Zigarre und einem Frühstücksei, überführte arrogante, reiche Mörder – nur durch Reden, Denken, Lästigsein und immer "Nur noch eine Frage, nichts wichtiges, nur für meinen Bericht" (im Original: "Just one more thing"). Vor genau 50 Jahren, am 20. Februar 1968, wurde die erste "Columbo"-Folge ausgestrahlt – "Mord nach Rezept", konzipiert als eigenständiger Film. Erst drei Jahre später wurde daraus eine Serie. In dieser Episode wirkt Columbo noch jünger, härter und glatter gebügelt.

Spießer

Aber im Kern war die Figur schon angelegt: Columbo ist eigentlich ein Spießer, ein fast aggressiv biederer Normalbürger – er hat nur eine besondere Beobachtungsgabe, und keine Scheu davor, sich dumm zu stellen. Dadurch unterschätzen ihn die Täter – und wenn sie das bemerken, ist es zu spät.

"Mord nach Rezept" war ursprünglich ein Bühnenstück mit Thomas Mitchell. Er starb jedoch bald darauf. Mehrere Darsteller sagten für den Fernsehfilm ab. Schließlich gingen die Produzenten das Risiko ein, dem wenig bekannten Peter Falk die Rolle zu geben. Eine kluge Entscheidung. Peter Falk brachte viel von seiner eigenen Persönlichkeit in die Rolle ein, er fand den berühmten Mantel und bestand darauf, mit eigenhändig verwuschelter Frisur vor die Kamera zu treten. Berühmt-berüchtigt wurden auch seine Improvisationen – im Zusammenspiel mit großartigen Schauspielern (und Freunden) wie Patrick McGoohan, John Cassavetes, Robert Culp oder Jack Cassidy führte diese Arbeitsmethode zu großartigen Ergebnissen.

Viele wunderbare Darsteller spielten im Laufe der Jahre die Mörder: William Shatner, Leonard Nimoy, Martin Landau, Johnny Cash – und natürlich Faye Dunaway (mit der Columbo in "Der Tote in der Heizdecke" intensiv flirten darf; Drehbuchautor: Peter Falk). Der große Oskar Werner spielte auch einmal den Mörder, in der sehr düsteren Folge "Playback".

Die letzte, 69. Folge (eine äußerst schwache Geschichte namens "Die letzte Party") wurde 2003 gedreht. Bald danach erkrankte Peter Falk an Alzheimer und starb 2011.

Auf seinem Grabstein hätte nach Wunsch seiner Adoptivtochter stehen sollen: "Just one more thing". Es setzte sich aber Falks Frau Shera Danese durch: "Ich bin nicht hier, sondern zu Hause bei Shera."