winheim.jpg

© Kurier Grafik

Winheims Tagebuch
04/19/2020

Vom Marathon bis zur Bundesliga: Alles andere als Stillstand

Nichts geht, keiner läuft mehr. Falsch! Es joggen gefühlt so viele Leute wie noch nie. Deutlich härter trifft es den Fußball.

von Wolfgang Winheim

Am heutigen 19. April hätte Rapid in Hartberg, hätte LASK gegen Sturm gespielt, hätte das mediale Interesse aber vor allem dem Wien-Marathon gegolten. Hätte ... Nichts geht, keiner läuft mehr. Falsch! Denn während des Corona-bedingten Stillstands sind gefühlt so viele Österreicher wie noch nie joggend unterwegs.

Als 1984 erstmals quer durch Wien 42,195 Kilometer gelaufen wurde, protestierten Autofahrer. Heute bedauern auch Sportfremde die (berechtigte) Marathon-Absage, zumal die Wirtschaft um Zigmillionen umfällt. Bleibt zu hoffen, dass Veranstalter Wolfgang Konrad nicht die Luft ausgeht und sein Lauffest dem Staat 2021 viel Steuergeld bringen kann.

Bei der Fußball-Bundesliga stehen noch mehr Existenzen (allein Rapid hat 170 Angestellte) auf dem Geisterspiel.

Ein Hauptgrund, weshalb ab Mitte Mai (um TV und Sponsoren zu befriedigen) für 160 von 316.000 Spielern eine Ausnahme gemacht und wieder um Punkte gekickt werden soll, während der Rest (unter ihnen 20.000 Frauen und Mädchen) auf der Warteliste bleibt. Alle Amateur-Ligen abgebrochen, annulliert. Nicht alle Klubs reagieren so tolerant wie Österreichs ältester. Im Gegensatz zur Vienna (die um ihren Aufstieg in die Regionalliga umfällt) drohen andere Tabellenführer bis hinab zur fünften Klasse mit Klagen, wird der ÖFB mit Protestmails zugemüllt.

So verständlich die große Enttäuschung kleiner Klubs ist, die sich um ihren sportlichen Erfolg geprellt sehen – Meister und Nichtabsteiger per Gerichtsurteil wären kein schöner Kompromiss. Am ärgsten (wenn auch nicht gesundheitlich) leiden unter Corona ohnehin Jugendliche, die mehrheitlich ihr letztes Spiel im November bestritten haben.

Gerade in ihrem Alter hat ein Teamsport auch erzieherischen Wert. Gemeinsam siegen, gemeinsam verlieren lernen. Jetzt heißt’s gemeinsam warten – und wie im Zwei-Buben-Haushalt von Andreas Herzog statt gleichaltriger Gegner nur den übergewichtig, pardon, übermächtigen Papa zu überspielen.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.