Fliegen in der Gewittersaison: Wie gefährlich ist das?
Wie gefährlich sind Gewitter für den Flugverkehr?
Antwort: Gewitter zählen zu den größten operativen Herausforderungen für die Luftfahrt und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht durchflogen werden. Österreich gehört aufgrund der Topografie zu den Gewitterhotspots in Europa, auch wirkt sich der Klimawandel auf die Wetterentwicklung aus. Höhere Temperaturen bedeuten mehr Energie und stärkere Aufwinde. „Wir beobachten die Zunahme von sehr hochreichenden Gewittern mit Höhen bis zu vereinzelt über 45.000 Fuß (13.700 Metern) und damit verbunden eine größere Turbulenz- und Hagelgefahr in Reiseflughöhen“, erläutert Markus Pohanka, Sprecher der Flugsicherung Austro Control, im KURIER-Gespräch. Aufgrund der Höhe können diese Gewitter nicht mehr überflogen werden. Veränderte Strömungslagen können auch dazu führen, dass Wetterlagen über längere Zeit bestehen bleiben – siehe letzte Hitzewelle. Bei stabilem Wetter erfolgt die Verkehrsabwicklung im Luftraum nach klaren Routinen. Bei Gewitter ändert sich dies und Piloten melden, wo sie aufgrund des Wetters sicher fliegen können.
Zum Autor:
Kurt Hofmann arbeitet seit dreißig Jahren als Journalist sowie seit 2000 als Luftfahrt-Experte für internationale TV-Stationen. Fragen an reise@kurier.at mit Betreff „Überflieger“
Der nutzbare Luftraum wird durch Gewitterzellen kleiner, Flugzeuge müssen auf engerem Raum koordiniert werden. Auch Sektoren neben den Gewittern sind betroffen, weil Flüge, die ausweichen, ungeplant einfliegen und Sektoren schnell an ihre Kapazitätsgrenze bringen können. Um all das sicher zu bewältigen, setzt Austro Control auf modernste Unterstützungssysteme, die hochpräzise lokale Wetterprognosen mit aktuellen Verkehrsdaten kombinieren.
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