© Jeff Mangione

Kolumnen
12/23/2018

Paaradox: Spontante Vorfreuden

Adventgefühle. Je näher das Fest rückt, desto kreativer werden die Ideen zur Einstimmung.

SIE

Spontane  Ideen? Die kann ich! Das weiß der Mann nebenan kreuzgut und deshalb fürchtet er sich immer so, wenn ich sage: Du, ich habe gerade so  eine  Idee. Weil die  aus seiner Sicht immer gleich deppert sind. Wie vor Kurzem, als ich, aus dem Bauch heraus, die spontane Vision eines Weihnachtsgrillens gebar. Natürlich sagte ich nicht nur lapidar:   Heuer grillen wir zur Abwechslung mal am Heiligen Abend, Outdoor-Grillen ist voll  in. Sondern ich malte ihm die von mir im Geiste entworfene Szenerie detailreich aus. Während frisch gefallener Schnee unter den Stiefeln knirscht, dampft der Grill vor sich hin und produziert ein Weihnachtsmahl mit Überraschungseffekt. Großartig, oder?  Und wer ist der Trottel, der sich da draußen die Hax’n abfriert?, lautete sein eher pragmatischer Zugang. Die ich, ehrliche Haut, mit einem spontanen Du! beantwortete. Damit war das spannende Projekt „Weihnachtsgrillen“ recht spontan vom Tisch.

Was wird das jetzt?

Apropos Tisch. Da hatte ich  spontan die Idee,  sogenannte Platzteller zu kaufen. Ich zog ihn an der Hand in dieses City- Geschirrgeschäft. In seinen Augen las ich ein  verzweifeltes Hilfe, was wird das jetzt? Fünf Minuten später war er der Platzteller-Expertin ausgeliefert und wurde gefragt, ob er eine Präferenz für Weihnachtsdekor oder Silbernes hätte. Er schaute verstört. Das Schöne daran: Mitunter sind wir uns spontan einig – wie auch diesmal,  angesichts der interessanten Platzteller-Preise. Wir verließen daher rasch das  Geschäft und holten uns spontan zwei Stanitzel Maroni. Er 15 Stück, ich sieben. So spontan kann Glück manchmal sein. In diesem Sinne: Von Herzen ein spontanes, äh, frohes Fest!

Paaradox neu: „Schatzi, geht’s noch?“: 23. 1., 31. 1., 24. 2. im Rabenhoftheater, alle Termine: paaradox.at

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ER

Seit die Liebste vor einigen Jahren einer feierlichen Eingebung folgend bei uns daheim „einfach so“
ein vorweihnachtliches Open-House inszenierte,  mich darüber aber erst am Tag des Ereignisses informierte, habe ich eine Spontanitätsallergie. Denn es gilt das Gesetz: Sie hat die Idee und die Hetz, ich habe die Arbeit und das Image der Spaßbremse. Umso sensibler reagiere ich auf Intro-Worte Marke „Was würdest du sagen, wenn ...“  oder  „Du, halt’ mich jetzt bitte nicht für verrückt, aber ...“ Denn interessanterweise ist  es im Laufe  vieler gemeinsamer Ehejahre in meiner Erinnerung nicht vorgekommen, dass ich jemals gesagt hätte: „Sapperlot,  beste Ehefrau, das ist aber ein beglückend kurzfristiger Originalitätsgedanke.“

Frohlocken

Stattdessen muss ich mich im Fall der Fälle  bemühen, nicht ein Gesicht zu machen, als müsste ich mich auf die Suche nach dem besten Melanzani-Rezept des Landes begeben. Denn ein gut trainierter Ehemann hat   in der Adventzeit nur eine Mission: Möge gnä Kuhn glücklich dem Heiligen Abend entgegen frohlocken. Und so bin ich mit von der Partie, wenn sie mich spontan animiert, das Wuzeln von Vanillekipferln als Fest romantischer  Zweisamkeit zu betrachten. Wenn sie mir spontan den Bummel  durchs Haushaltsartikelparadies als wunderbares Vorspiel für den von mir ersehnten Würstl-standbesuch verkauft. Oder  wenn sie die Lichterketten anknipst, acht bis zehn  Duftkerzerln entzündet, mich spontan umarmt ... und mir ins Ohr singt: „All I Want for Christmas
Is You.“ Einfach  so. Dann weiß ich, dass alles gut ist. In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser: Frohe Weihnachten!

Solo „Abend mit einem Mannsbild“: 13. 1. Wien (CasaNova),  25. 1. Puchkirchen, 18. 2. Wien (Akzent), 8. 3. Brunn

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