Kolumnen
06/28/2020

Nichts sagend

Erinnerlich, erinnerlicher, am erinnerlichsten.

von Guido Tartarotti

Früher hat man Politikern vorgeworfen, sie reden zu viel.  Jetzt geht es eher darum, dass Politiker nichts sagen. Zum Beispiel im U-Ausschuss, in dem das schöne österreichische Adjektiv „erinnerlich“, kombiniert mit „nicht“ der am meisten verwendete Begriff sein dürfte.

(Laut Duden kann man „erinnerlich“ übrigens steigern – erinnerlich, erinnerlicher, am erinnerlichsten. Es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, bis ein Politiker sagt, etwas sei ihm „nicht am erinnerlichsten“. Oder auch: In keinster Weise erinnerlich – kein, keiner, am keinsten, also noch nichter als nicht.)

Bemerkenswert war auch der Auftritt von Verteidigungsministerin Klaudia Tanner in der „ZIB2“, als sie konsequent alle Fragen nicht beantwortete und dabei wirkte wie ihre eigene Parodie durch die Satiregruppe „maschek“. Wie ein Politiker nichts sagt, erzählt auch schon wieder eine Geschichte. Wie sagte schon der große Psychologe Paul Watzlawick: Man kann nicht nicht kommunizieren.

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