Über den Tellerrand
10/02/2020

Natürlich kann man reisen, wenn man vernünftig bleibt

Reisen während Corona: Die Zahlen sind wirr, aber man darf sich trotzdem einfach sinnvoll verhalten, denkt Axel N. Halbhuber.

von Axel Halbhuber

Es ist schade, dass man die tägliche Corona-Lotterie nicht in ihrer vollen Absurdität genießen kann, weil so viele Tourismusexistenzen auf dem Spiel stehen. Weil an sich wäre es durchaus unterhaltsam, jeden Tag mitzuraten, ob nun die Ober- oder Hinterpfalz nur das Montafon oder gleich ganz Westösterreich oder vielleicht nur alle Wiener Bezirke, die mit L beginnen, auf die Liste der Hochrisikogebiete stellt. Aber leider kann das eben niemand lustig finden, der entweder wieder einmal eine Reise antreten will oder von dem Geld lebt, das die Reiseantreter vorbeibringen.

Ärgerlich ist, dass dieses Landkartenbingo den Blick auf das Wesentliche verstellt – in Österreich wie in Europa und auf der ganzen Welt: Trage deine Maske, halte Abstand, begib dich nicht in coronadämliche Situationen. Dem Virus ist es nämlich überraschend egal, ob eine Party in Ottakring oder Ottawa steigt.

Keine Homeparty - nicht daheim und nicht am Urlaubsort

Es ist momentan keine gute Idee, Menschen außerhalb des eigenen Haushalts abzuschmusen, relativ egal, ob man die in Brasilien nicht umarmt oder in Eichgraben. Es zählt da wie dort das eigene Verhalten und die Achtsamkeit; Statistiken und Ansteckungszahlen helfen da bei genauer Betrachtung gar nicht.

Deshalb erschließt sich mir die Reisewarnerei weder diesseits noch jenseits der österreichischen Grenzen. Ich gebe zwar zu, dass ich mich nicht zu den Corona-Experten zähle (wobei es da aktuell auf einen mehr oder weniger auch nicht mehr ankommt), andererseits aber auch bestimmt nicht zu den Corona-Leugnern.

Sichere Länder, aber trotzdem testen

Dafür gehöre ich zu denen, die mit Fakten ernsthaft umgehen. Das schlägt sich etwas mit der aktuellen Aber-trotzdem-Mentalität: Wir sehen keine großen Zahlen an Ansteckungen aus dem Ausland, aber trotzdem fahrt lieber nicht weg. Wir wissen, wie wir auch auf Reisen sicher sein können (siehe oben), aber trotzdem bleiben wir wieder daheim. Wir wissen nicht genau, wie der Wintertourismus ablaufen soll, aber trotzdem fahren wir auf Urlaub dahoam. In trotzdem steckt das Wort Trotz.

axel.halbhuber@kurier.at

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