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Als Burgenlands Kultur eröffnet wurde

1976 eröffnete in Mattersburg das erste Kulturzentrum des Burgenlandes – der Startpunkt für eine breite kulturelle Entwicklung.
Birgit Braunrath
Ein großer hölzerner Taubenschlag steht auf einem weißen Sockel in einem sonnigen Innenhof mit historischen Gebäuden.

Wieder hatte Mattersburg die Nase vorn. Als Ende Mai 1976 in Mattersburg das erste „Kulturzentrum“ des Burgenlandes eröffnet wurde, war das eine Sensation. Kultur erlebte man, wenn überhaupt, in Wien oder Graz. Da gab es Theater, Opern- und Konzerthäuser, Ausstellungen ... Fürs Burgenland musste die Mörbischer Seebühne reichen. „Der Zigeunerbaron“ oder „Gräfin Mariza“ war alles, was man den Burgenländern bot.

Als Eisenstädter Volksschulkind lernte ich, dass in Mattersburg Ende der Sechzigerjahre auch das erste Hochhaus des Burgenlandes erbaut worden war. Und obwohl 1971 das Eisenstädter Hochhaus bezugsfertig (und einige Meter höher!) war, blieb der Bau von Architekt Rudolf Hutter in Mattersburg doch stets die schöne ältere Schwester. Nun hatte Mattersburg auch noch das erste Kulturzentrum!

In Mattersburg beginnt’s

So faszinierend das war, ahnte damals niemand, wie sehr sich das Burgenland 50 Jahre später über Kultur definieren und präsentieren würde. Mit dem Kulturzentrum Mattersburg begann eine neue Zeitrechnung.

Bis 1982 wurden vier weitere Kulturzentren eröffnet. Es folgten aber auch legendäre Kulturinitiativen wie KUGA („Kulturna zadruga“ in Großwarasdorf) 1982 oder OHO („Offenes Haus Oberwart“) 1989. Und – fast gleichzeitig mit der Eröffnung des Kulturzentrums Mattersburg – die Gründung der Osliper Cselley Mühle. Fred Sinowatz, damals Kunstminister, sagte: „Ich weiß nicht, was ich eröffne, aber ich eröffne es.“

Dieses Zitat ist sinngebend für die Breite und Tiefe des Kulturangebots, das sich seither entwickelt hat – von Nova Rock bis picture on, von Schloss Halbturn bis Schloss Tabor, vom Parndorfer Theatersommer bis zum Güssinger Kultursommer.

Mein erstes Kindertheater erlebte ich in Wien; meine Kinder fanden bereits in ABObert, dem Maskottchen der burgenländischen Kulturzentren, ihren Helden. Was vor 50 Jahren in Mattersburg begann, geht weiter. Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt, aber sie ist eröffnet.

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