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Wien unter der Sonne des Burgenlands

Tausende Besucher feierten beim Burgenland Kul(t)inarium in Wien Kulinarik, Gastfreundschaft und burgenländische Gelassenheit.
Birgit Braunrath
Viele Menschen sitzen und stehen an Tischen unter Sonnenschirmen auf einem belebten Platz inmitten historischer Gebäude.

Es war das schönste Gedränge, das Wien seit langem zu bieten hatte. Vorigen Donnerstag war ich „Am Hof“ beim Burgenland Kul(t)inarium. Bereits am Eingang wurde man Teil eines dicht gedrängten Menschenstrudels, der einen in Zeitlupe mitnahm, langsam genug, um im Vorbeigeschoben-Werden ein Glas Uhudlerfrizzante oder ein Golser Bier zu ergattern. Es war wie im Paradies – nur halt in Wien.

Die Sonne schien von allen Schirmen und vom echten Himmel, alle Besucher strahlten und blieben. So gab es bereits am Nachmittag kein Weiterkommen. Gegen Abend wurde das Gedränge noch dichter. Aber das machte nichts aus, denn wer da war, wollte sich ohnehin nicht wegbewegen. Tausende gut gelaunte Genießer feierten die Gastfreundschaft des Burgenlands mit Sterz und Spritzer, Blunz´n und Blaufränkisch. Es gab von allem reichlich, auch vom Personal, sodass man sich an keinem Stand anstellen musste.

Erfolgsrezept Land & Leute

Selten hat man in Wien so viele entspannte, glückliche Menschen auf engstem Raum erlebt. Fragte man die Wiener, was für sie den Charme des Burgenlands ausmache, antworteten fast alle: „Na die Leut´!“ Oder: „Die Menschen!“

Offensichtlich ist die Kombi aus dem Burgenland und seinen Menschen ein Erfolgsrezept, das den Wienern schmeckt. Wien mag uns Burgenländer. Auch wenn mir das nicht immer bewusst war. Als ich vor Jahren als junge Führerscheinbesitzerin zum ersten Mal nach Wien fuhr, warnten mich daheim alle, man werde mich mit meinem burgenländischen Kennzeichen „anhupen und schneiden“.

Genau so war es. Bei jedem Spurwechsel wurde ich von den Wienern angehupt und mit wilden Scheibenwischerbewegungen vor der Stirn für deppert erklärt. Ich nahm zur Kenntnis, dass man mich als Burgenländerin in Wien hasste – bis ich draufkam, dass nur der Blinker meines Autos kaputt war. Seit der Blinker repariert ist, fühle ich mich in Wien willkommen – ganz besonders vorigen Donnerstag am „Kulti“.

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