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Junge ohne Job – ein Problem der Alten

Steigende Jugendarbeitslosigkeit und eine alternde Bevölkerung könnten das Burgenland langfristig vor große Probleme stellen.
Birgit Braunrath
Zwei Männer arbeiten an einer pneumatischen Vorrichtung mit blauen Schläuchen.

Das Burgenland hat ein Problem. Derzeit sieht es zwar nur nach einem Zahlenspiel aus, aber in zehn Jahren wird es da sein, greifbar und deutlich spürbar für die Menschen im Land.

Die Rechnung geht so: Auf der einen Seite der Gleichung sieht man, dass Burgenlands Bevölkerung altert. Bei gleichbleibender Einwohnerzahl wird der Anteil der über 65-Jährigen signifikant steigen. Das heißt, dass einer sinkenden Zahl an Erwerbstätigen immer mehr Pensionsbezieher gegenüberstehen.

Auf der anderen Seite der Gleichung sieht man, dass die Jugendarbeitslosigkeit im Burgenland zunimmt. Im ersten Halbjahr 2025 etwa betrug der Anstieg der Arbeitslosen unter 25 Jahren 15 Prozent. Auch heuer sieht es nicht gut aus. Bei 20,8 Prozent weniger Lehrstellen als im Vorjahr ist die Zahl der Lehrstellensuchenden um 10,6 Prozent gestiegen. Auch Absolventen höherer Schulen suchen oft verzweifelt nach Einstiegsjobs – und bekommen nicht einmal Antwort oder den Hinweis, sie könnten sich nach zwei Jahren Berufserfahrung melden.

Berufserfahrung – aber wo?

Wo sie diese Berufserfahrung sammeln sollen, wenn Bewerbungen von Einsteigern am Arbeitsmarkt nicht einmal ignoriert oder abschlägig beantwortet werden, weiß niemand.

Dabei sind es genau diese jungen Menschen, die in unserem Rechenbeispiel den entscheidenden Faktor bilden: Dass sie im Land bleiben und hier arbeiten, wäre die Pensionsversicherung für all jene, die derzeit (noch) arbeiten und in den kommenden Jahren in Pension gehen.

Wenn diese jungen Menschen Lehrstellen in anderen Bundesländern finden und dann dort bleiben oder nach Wien und Graz auspendeln und sich dann dort sesshaft machen, sind sie für das Land verloren. Und man kann davon ausgehen, dass die über 65-Jährigen nicht mehr in großer Zahl auswandern werden. Daher wäre es – schon rein mathematisch – dringend Zeit, motivierte junge Menschen aktiv in den Arbeitsprozess einzubinden.

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