Kurzurlaub in der Kindheit

Ein persönlicher Blick auf Wandel und Kontinuität im burgenländischen Tourismus.
Birgit Braunrath
Zwei Frauen sitzen entspannt auf Liegestühlen am Steg, essen Eis und unterhalten sich, im Hintergrund Segelboote am Wasser.

Jetzt also „Neuer Strand“. Mir hat der alte auch gut gefallen.

Der alte Strand von Breitenbrunn war für mich früher, von Eisenstadt aus, die perfekte Zuflucht am Neusiedler See: Nicht so weit weg wie Podersdorf, nicht so voll wie Rust, nicht so schlammig wie Neusiedl ... Der schönste Ort, um den Kopf auszulüften, die Seele zu baden und in die Sonne zu blinzeln. Da schwingt Wehmut mit.

Aber ich werde dem Neuen eine Chance geben. Denn wer mit dem Tempo des Tourismus 2026 mithalten will, muss Gas geben. Das Leben ist keine Haltestelle, sondern eine Durchzugsstraße – und Veränderung die einzig verlässliche Konstante. Gäste kommen nicht ins Burgenland, weil sie eh immer schon hierher gefahren sind, sondern weil viel Neues sie anzieht; weil das Land sich regelmäßig abstaubt und neu inszeniert. Zuwächse bei den Nächtigungszahlen bestätigen das.

Das Land von gestern

Heute zählen Glampingplätze, Rekord-Rutschenlandschaften, Endlos-Bike-Trails sowie Mega- Bühnen- und Sportevents zur touristischen Basisausstattung. Dennoch hat mir das Tourismusland Burgenland auch als Kind vor einigen Jahrzehnten schon gut gefallen. Damals gab es andere Attraktionen. Und sie müssen den Tourismustrends entsprochen haben, denn sie haben sich eingeprägt und sind mir bis heute in guter Erinnerung.

Von Eisenstadt aus machten wir stundenweise Kurzurlaube in Rust. Und das war das allerschönste Ende eines Sommertags – die Störche grüßen, den See sehen, danach das berühmte „Versöhnungsstangerl“ im Rathauskeller knabbern.

In den Sommerferien fuhren wir ins Südburgenland auf Urlaub. Wir haben den Uhudlerrebellen „Rübezahl“ im Kellerviertel von Heiligenbrunn besucht, den Grenzstein am Dreiländereck fotografiert und im Jennersdorfer Freibad durfte ich vom höchsten Turm springen.

Das Burgenland war immer gut genug, und es arbeitet daran, besser zu werden, um gut genug zu bleiben. Jetzt also „Neuer Strand“. Ich bin schon gespannt.

Kommentare