Gut zu Fuß für mehr Gehsundheit

Die Kampagne „Burgenland zu Fuß“ soll mehr Menschen zum Gehen motivieren.
Birgit Braunrath
Eine Frau im Mantel hält ein Handy und führt einen kleinen weißen Hund an der Leine über eine Wiese.

„Gehsundheit“ ist kein Rechtschreibfehler, sondern eine Tatsache. Regelmäßiges, zügiges Gehen bringt schon ab 15 Minuten positive Impulse für die Gesundheit.

Immunsystem, Muskulatur, Herz und Gefäße werden gestärkt, die Nährstoffversorgung der Gelenke, der Stoffwechsel und die Leistungsfähigkeit des Gehirns verbessert. Eigentlich müsste es Zufußgehen auf Krankenschein geben.

Und so ähnlich soll es jetzt tatsächlich werden, wenn auch Ärztinnen und Ärzte in die neue Gesundheitskampagne „Burgenland zu Fuß“ eingebunden werden. Auch wenn man Gehen nicht verschreiben kann, kann man das Bewusstsein dafür schärfen, dass jeder gegangene statt gefahrene Kilometer mehr bringt, als nur Sprit zu sparen.

Es klingt fast lächerlich, dem Gehen eine Werbekampagne zu widmen, aber die Zahlen zeigen, dass es wichtig ist: Nur 72,3 Prozent der Burgenländer gehen täglich mindestens fünf Minuten. Fünf Minuten! Wie wenig ist das, verglichen mit der Zeit, die wir sitzend verbringen.

Sicherheit für Fußgänger

Dennoch klang die Schlagzeile der Austria Presse Agentur eher besorgniserregend: „Burgenland will mehr Fußgänger auf die Straße bringen“. Wer Burgenlands Straßen näher kennt, möchte dies nicht, ohne vorher sicherzustellen, dass auch Maßnahmen zur Sicherheit der Fußgänger damit einhergehen. Deutlich besser wäre es, „mehr Fußgänger auf Fußgängerwege zu bringen“.

Es ist erfreulich, wenn die Asfinag jetzt 72 Mio. Euro in den Sicherheitsausbau der S 31 investiert. Die Sicherheit auf Burgenlands Straßen ist wichtig. Aber auch die Sicherheit für Fußgänger könnte bei uns deutlich verbessert werden.

Wenn jetzt die Initiative „Burgenland zu Fuß“ in Aussicht stellt, dass Gemeinden Unterstützung bekämen bei der Umsetzung von Schulwegprojekten, Fußverkehrskonzepten und verkehrsberuhigten Orten, wird zu evaluieren sein, wie viel wirklich in diesen Bereich investiert wird – und ob die Gehsundheit damit tatsächlich steigt.

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