Eisenstadt macht Schlagzeilen

Laufender Kriminalfall dominiert die Wahrnehmung, trotz zahlreicher positiver Ereignisse in der Stadt.
Birgit Braunrath
Prunkvolles gelbes Schloss mit roten Dächern, Türmen, Uhren und mehreren bunten Fahnen im Vordergrund.

Eisenstadt ist berühmt. Unsere wunderschöne Landeshauptstadt ist derzeit in den Schlagzeilen. Aber leider nicht aufgrund der Aktion „Schmetterlingswiesen“, die dieser Tage wieder unter Beteiligung der städtischen Kindergärten durchgeführt wurde und seit 2018 wächst und wächst – auf mittlerweile mehr als 20 Blühstandorte im Stadtgebiet.

Auch nicht aufgrund der positiven Kaufkraftentwicklung, die der Stadt vor einigen Tagen attestiert wurde. Oder weil am Samstag das große „Anradeln 2026“ stattfindet (Start um 10 Uhr vor dem Rathaus).

Und ebenso wenig, weil vergangene Woche 34 burgenländische Kinder- und Jugendchöre im Eisenstädter Haydnsaal am Landesjugendsingen 2026 teilnahmen ...

Es gäbe so viel zu berichten, aber ein Thema überlagert derzeit alles: Rattengift in Babynahrung. – Alleine das aufzuschreiben oder auszusprechen ist so absurd, dass man es selbst als fiktive Krimihandlung absolut geschmacklos fände.

Völlig absurd und doch real

Aber dieser Kriminalfall ist nicht fiktiv. Und einer der Schauplätze, ein Supermarkt in Eisenstadt, ebenso wenig.

Alles real. All das trägt sich seit Tagen tatsächlich zu. Die polizeiliche Suche nach einem zweiten kontaminierten Glas Babynahrung in Österreich war am Dienstagnachmittag weiter im Gange, obwohl es Stunden davor kurz geheißen hatte, das Glas sei gefunden worden. Die Ermittler dementierten dies, die Verunsicherung geht weiter.

Und sie wird andauern. Denn auch wenn eines Tages der Fall aufgeklärt und die Ware in den Regalen völlig unbedenklich sein sollte, wird man in und um Eisenstadt deutlich länger mit der Angst und der Verunsicherung leben. Einfach weil die unmittelbare geografische Nähe zu einem derart abscheulichen Verbrechen das Vergessen noch schwieriger macht.

Mögen Eisenstadt und die Eisenstädter bald wieder erfreuliche Schlagzeilen machen. Die Stadt und ihre Menschen hätten sich das verdient.

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