Lasst die Argumente (der Eltern und Kinder) abstimmen
Die geografische Lage auf einen Blick: Drei Gemeinden wollen den Bildungscampus Pinkaboden, in Dt. Schützen steht am 1. März eine Bürgerbefragung zum Thema an.
Nach einem Urlaub war die Rückkehr ins nachrichtendienstliche Burgenland fast dystopisch – und dann doch erfreulich: "KEIN Asbest in der Luft" und "Strom ist WIEDER da" sind gute Nachrichten (und übrigens alle auf der nächsten Seite und auf der Burgenland-Seite zu lesen). Die schlechten passierten leider vorher.
Aber dann: „FEINDseligkeiten“ wegen Schulzusammenlegungen"? Im friedlichen Pinkatal??
Das kann nicht sein, denkt der Autor, kennt er die Menschen der Region doch als solidarisch und innovativ – wohl beides aus der Not der Abgeschiedenheit im hintersten Winkel der Bezirke Oberwart und Güssing erwachsen. In Richtung Norden liegt der Eisenberg, in Richtung Osten Ungarn.
Für die Kinder? Für den Ort?
Warum sich Franz Wachter, Bürgermeister von Dt. Schützen-Eisenberg, in einem Brief an seine Bevölkerung eher sehr gegen das Projekt stemmt, erklärt sich vermutlich folgendermaßen: Dem Bürgermeister würde wahrscheinlich sein nächster „Kirchturm“ (nach der Schließung von Lagerhaus und Raiffeisenbank; Anm.) abhandenkommen. Das wäre ein Makel in seiner 15-jährigen Amtszeit als Bürgermeister, die nach dieser Periode endet.
Aber gerade weil er nicht wiedergewählt werden muss, wäre es für Wachter einfach(er), sich hinter das Projekt zu stellen. Er würde damit vielleicht eine Entscheidung beeinflussen, über die die Eltern noch in Jahrzehnten sagen könnten: „Ja, der Fraunz. Schön, dass er sich damals doch noch dafür eingesetzt hat.“
Das Denkmal der guten Nachrede würde weit heller strahlen, als dass die Schließung einer Schule einen dunkleren Makel auf einen „grod’n“ und ehrlichen Politiker wie Franz Wachter werfen könnte.
Und wenn es ums liebe Geld geht: Wenn uns die Bildung unserer Kinder nichts wert ist, dann ist alles umsonst.
PS: Eigentlich wäre es nur fair, den Stimmen von Babys und Kindern beziehungsweise deren Eltern mehr Gewicht zu geben, weil sie betrifft die Entscheidung am meisten. Das hat schon Herbert Grönemeyer gesungen.
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