Bildungscampus Pinkaboden: Initiative fordert mehr Sachlichkeit

Die Initiative „Bildungsprojekt Pinkaboden“ reagiert auf Kritik und erklärt Kosten, Planung und Organisation des Vorhabens vor der Bürgerbefragung.
Michael Pekovics
Eine Schulklasse mit einer Lehrerin vor der Tafel und Schülern an ihren Tischen.

Zusammenfassung

  • Vor der Bürgerbefragung am 1. März meldet sich der Verein „Bildungsprojekt Pinkaboden“ zu Wort und fordert Sachlichkeit.
  • Laut Initiative geht es zunächst um einen Planungsbeschluss – nicht um die sofortige Schließung der Volksschule.
  • Die Befürworter nennen maximale Projektkosten von 15,5 Millionen Euro, 40 % Eigenanteil und verweisen auf geprüfte Finanzierbarkeit.

Der KURIER-Artikel und die Aussagen von VP-Bürgermeister Franz Wachter haben im Unteren Pinkatal für einige Aufregung gesorgt. Der Verein „Initiative Campus Pinkaboden“ hat sich zu Wort gemeldet, möchte einige Dinge klarstellen und wieder Sachlichkeit in die Diskussion bringen.

Denn am 1. März wird bei einer (nicht bindenden) Bürgerbefragung gefragt, ob die Volksschule geschlossen und Dt. Schützen dem Campus Pinkaboden in Eberau beitreten will.

Mit einer eher suggestiven Fragestellung, dreht sich der Beschluss im Gemeinderat doch vorerst um die Frage, ob überhaupt die Detailplanung begonnen werden soll – denn ohne Planung keine konkreten Förderzusagen, dazu später mehr. Von der Schließung einer Schule ist da noch keine Rede. Das ist nur ein Argument der Befürworter.

Dennoch betont Hansjörg Schrammel, Sprecher des Vereins und der Initiative sowie ÖVP-Vizebürgermeister in Bildein, gleich im ersten Satz zum KURIER: „Schade, dass das Umfeld jetzt so emotionalisiert wurde. Am Ende des Tages muss man im Pinkatal immer ein Achterl Wein miteinander trinken können.“

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Die Volksschule in Dt. Schützen wurde vor mittlerweile 20 Jahren generalsaniert.

Was ist der „Campus Pinkaboden“?

Das Vorhaben sieht vor, Kinderkrippe, Kindergarten, Volksschule, Mittelschule und Musikschule an einem Standort in Eberau zu bündeln. Als Argumente dafür nennen die Befürworter „mehr Angebot und Qualität für Kinder“, die Absicherung eines Bildungsstandorts sowie eine mittel- bis langfristige Kostenreduktion.

Was kostet das Projekt?

Zum finanziellen Rahmen verweisen die Befürworter auf maximal 15,5 Millionen Euro Projektkosten. Als Eigenfinanzierungsanteil werden 40 Prozent genannt, das entspreche bis zu 6,25 Mio. für die Gemeinden. Der Rest (9,25 Mio.) solle über „zugesagte Förderungen“, Vorsteuerabzug sowie Eigenleistungen und Sponsoren abgedeckt werden. Bei einer Infoveranstaltung wurde ein jährlicher Schuldendienst von rund 404.000 Euro auf 25 Jahre genannt, sowie eine geschätzte Einsparung von 155.000 Euro pro Jahr mittelfristig.

Wer hat das „Sagen“?

Organisatorisch ist vorgesehen, dass der Campus im Eigentum der vier Gemeinden steht. Geplant ist ein Gemeindeverband, Entscheidungen sollen gemeinsam getroffen werden, alle Gemeinden hätten Mitspracherecht. Außerdem halte ein eigener Schulsprengel Geld in der Region. Bei Abwanderung in andere Schulen würden Gemeinden draufzahlen, „ohne Mitspracherecht“.

Und was noch?

Schrammel betont, dass das Grundkonzept, Kosten und Finanzierung wochenlang von der Gemeindeaufsicht intensiv geprüft worden und schriftlich mitgeteilt worden sei, dass eine Umsetzung mit den kalkulierten Zahlen möglich sei – wenn alle mitmachen. Eine schriftliche Zusage vom Land kann es aber erst dann geben, wenn die Details ausgearbeitet sind.

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Fährt man bei dieser Kreuzung zwischen Kohfidisch und Kirchfidisch links, erreicht man das Untere Pinkatal - zu dem übrigens auch die Gemeinde Heiligenbrunn gehört, das aber nicht Teil des Projekts "Pinkaboden" ist.

Warum die Emotionen?

Warum ist Wachter über die „ungeheuerlichen Vorwürfe“ erschüttert? Weil im offenen Brief einer Privatperson (Unterstützer der Initiative, veröffentlicht auf der privaten Seite) ein fragwürdiger Vergleich angestellt wurde: Den Anschluss Österreichs an das Dritte Reich, weil Wachter im Brief das „Nein“ hat ankreuzen lassen. Es handelt sich dabei aber um keine offizielle Meinung der Initiative.

Das Glaserl Wein, oder mehrere, kann also friedlich getrunken werden.

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