Kolumnen
09/11/2020

Empathie

Stell dir vor: Was dem Geringsten deiner Brüder passiert, passiert dir.

von Guido Tartarotti

Diejenigen von uns, die einmal Kinder waren – und das waren angeblich fast alle – werden sich wahrscheinlich noch erinnern: Man ist klein und dumm und zertritt, einfach so, einen Käfer. Dann bekam man von Mutter oder Vater meistens den Satz zu hören: „Stell dir vor, es kommt ein Riese und zertritt dich ...“

Im Idealfall stellt man sich das dann vor und lernt eine wichtige Lektion in Sachen Empathie: Sich in die Empfindungen eines anderen hineinzuversetzen, seine Perspektive einzunehmen, in „seinen Schuhen zu gehen“.

Empathie ist zuletzt aus der Mode gekommen. Wir nehmen den anderen als Konkurrenten wahr, im Kampf um Arbeitsplätze, um Wohlstand, um Raum in der öffentlichen Wahrnehmung, oder überhaupt als Infektionsquelle.

Vor 2.000 Jahren hat einmal einer gesagt: „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Aber das war vermutlich nur ein humanitätsdilettantischer Gutmensch und Willkommensklatscher.

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