Kolumnen
24.03.2018

Bodyblog: Wenn Bouldern zum Strategie-Training wird

Wie ich beim Bouldern gelernt habe, auf mein inneres Gleichgewicht zu achten und zur Strategin wurde.

Gleich vorweg: Bouldern ist nicht zu verwechseln mit Klettern – Letzteres bezeichnet vor allem Seilklettern, das auf Höhe und Ausdauer abzielt. Beim Bouldern geht es ohne Gurt maximal so hoch, dass man noch herabspringen kann – im Idealfall auf eine dicke Matte.

Für meinen Test bin ich mit ten im ers ten Be zirk in einem Wiener Altbauhaus, in dem die Räume, Durchgänge und teils sogar die Decken zum Boulder-Paradies umfunktioniert wurden und die Böden je den Absturz weich auffangen können (Infos: edelweiss-center.at) . Trainerin Nina erklärt mir zunächst ein paar Basics – etwa, wie die vie len bunten Griffe an den Wänden zu verstehen sind. Jede Farbe zeigt eine Route an, der man folgen kann, diese Routen werden alle paar Monate umgesteckt, damit es nicht fad wird. Zum Eingewöhnen darf ich einmal ohne Farbpräferenz die Wand rauf – klappt problemlos. Wichtig ist, die Füße mit der Spitze nach vorne auf den Vorsprüngen anzusetzen – da ist der Klet terschuh extra verstärkt und ich kann mich flexibler bewegen als wenn ich seitlich in der Wand stehe. Ni na sucht eine leichte Route aus und gibt Tipps, wie ich Hände und Füße einsetzen muss, um ans Ziel zu kommen. Ich bin im Nu oben, auch die Höhe macht mir nichts aus, immerhin ist da unten eine weiche Matte.

Je schwieriger es wird, des to genauer muss ich überlegen, wie ich greife und wohin ich steige, sonst plumpse ich auf die Matte. Herausfordernd ist auch, sich stärker auf die Hände zu verlassen: Im Gegensatz zum Boden zählen hier alle vier Gliedmaßen, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.

Rundherum sind manche alleine an der Wand, andere tüfteln zu zweit oder zu dritt, wie sich eine Route am besten bewältigen lässt. Es gibt Kurse ab drei Jahren bis hin zu Runden mit rüstigen Senioren. Man ist hier nie zu jung oder zu alt, um neue Wege zu erklimmen. laila.daneshmandi

4 slides, created on 23/Mär/2018 - 16:03:58

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Startpunkt für die Route - die Farbe auf dem Zettel zeigt den Schwierigkeitsgrad an

Trainerin Nina gibt mir Tipps, wo ich hingreifen kann damit ich den Halt nicht verliere

Alle vier Gliedmaße sind im Einsatz, um nicht von der Wand zu fallen

Auch die Durchgänge sind mit Bouldermöglichkeiten ausgestattet

Fazit:

Für Tüftler von ganz jung bis ganz alt und alle, die es genießen, beim Ganzkörpertraining auch geistig so gefordert zu sein, dass sie an nichts anderes denken können (oder müssen).

laila.daneshmandi@kurier.at