Ohrwaschl
12/31/2019

Einmal Opferrolle mit Senf und Kren dazu!

Strache hält die Unschuldsvermummung für das einzig angemessene Büßerhemd.

von Birgit Braunrath

2019 war das Jahr des H. C. Strache. Vielleicht nicht ganz so, wie er sich das selbst erträumt hat. Aber sein Name garantierte Aufmerksamkeit. Seine Auf- und Fehltritte veränderten das Land. Im KURIER-Interview sagt Frederik Obermaier, einer der Ibiza-Aufdecker von der Süddeutschen Zeitung, in Unkenntnis des Stracheschen Weltbilds: „Strache ist über seine eigenen Worte gestolpert.“

Laut eigener Worte jedoch stolperte Strache über: Eine „miese kriminelle Intrige“, „Falle“, „Schmutzkübelkampagne“, „gezielte Rufschädigung“, ein „kriminelles Ibiza-Netzwerk“, das „Ende einer Täuschung“, die eigene „offenbar schlechte Menschenkenntnis“ , „K.-o.-Tropfen“, „Verleumdung“, „Mobbing“ und eine „schoafe“ Oligarchennichtenfälschung, beziehungsweise deren Zehen, die nicht ungepflegt genug waren, um Strache die Fälschung noch deutlicher vor Augen zu führen. Also einmal Opferrolle mit viel Senf und Kren dazu!

Keinesfalls aber stolperte er über seine eigenen Worte. Die waren ja, bitteschön, nur „deppert dahergesagt“.