Amèlie Sophie Persché spielt auf der Bratsche

© Ensemble21

Kiku
11/30/2019

Musikalischer „kleiner Prinz“ voller Poesie

15-Jährige gibt der Rose, aber auch deren Dornen Stimme über ihre Bratsche. Berührend-fantasievolle Version im "Gleis 21" (Wien).

von Heinz Wagner

Die zentralen Aussagen sind (welt-)bekannt und berühmt. Die Grundgeschichte sicher auch. Das fantasievolle Märchen darüber, dass das Wesentliche für die Augen unsichtbar ist, beispielsweise. Genau, es geht um das kleine und doch so große buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Und natürlich auch um die Fantasie, die in diesem Werk liegt samt der Klage, dass die meisten „großen Leute“ die Vorstellungskraft von Kindern verloren haben. Gleich zu Beginn zeigt der Autor und Illustrator dies mit seiner Zeichnung Nummer 1. Die Riesenschlange, die einen Elefanten verschlungen hat, halten praktisch alle Erwachsenen für einen Hut. ;(

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Diese Geschichte, die sicher schon hundertfach als Theaterstück, als Musical sowie als Film verarbeitet wurde, ist neuerdings in einer sehr musikalisch-poetischen Version von „Ensemble 21“ im Sonnwendviertel in Wien-Favoriten (zwischen Hauptbahnhof und Alt-Favoriten zu erleben. Seit wenigen Wochen gibt es hier das sogenannte „Gleis 21“, ein Kultur- und Veranstaltungszentrum auf dem Areal ehemaliger Schienen.

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Rita Hatzmann-Luksch schlüpft in fast alle Rollen – vom kleinen Prinzen selber über den Piloten, die Bewohner_innen jener Planeten, die er besucht bis zu Tieren und Blumen. Nur zwei Rollen werden von anderen gespielt, die mit ihr die kleine Bühne bespielen und die die meiste Zeit der rund zweistündigen Produktion (eine Pause) musizieren.

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Der Musiker Georg O. Luksch sorgt in seinem kleinen fast historisch wirkenden Elektronik-Live-Studio für die passende musikalische Begleitung. In manchen Szenen übernimmt die 15-jährige Bratschistin Amèlie Sophie Persché die poetisch-musikalische Untermalung. Sie hat auch Bilder zur Hauptfigur und so mancher Schlüssel-Szene gemalt.

Vertrauen und Achtsamkeit

Neben dem Plädoyer für Fantasie spielt im „kleinen Prinzen“ auch der Aufbau von Vertrauen – vor allem am Beispiel der Begegnung mit dem Wüstenfuchs – aber auch vom Erkennen von Einzigartigkeit eine große Rolle. Wozu ein Rosengarten mit 5000 Blumen, wo doch jede einzelne so wertvoll ist – bei achtsamen Umgang. Und damit wird – ohne mit dem Zeigefinger draufzuhalten DAS zentrale aktuelle Thema des achtsamen Umgangs mit Natur sanft aber doch deutlich angespielt.

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Der kleine Prinz
nach Antoine de Saint-Exupéry

in einer Fassung
der Schauspielerin Rita Hatzmann-Luksch,
des Musikers Georg O. Luksch und
der Bratschistin Amèlie Sophie Persché
mit Experimentalfilm von Erich Heyduck

Wann & wo?
Bis 12. Jänner 2020
im (neuen) Gleis21 Kulturraum
1100 Wien, Sonnwendviertel: Bloch-Bauer-Promenade 22
Karten
Telefon: 0677 / 634 715 33
ticket@ensemble21.at

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