Kiku
02.12.2018

Gebackene Mäuse, Krampusse, ein Schaf und eine Kobra

Kinder-Nachmittag in der Bio-Backschule in Drosendorf (NÖ) – Kinder-KURIER und SchauTV-Kinderreporter_innen durften zuschauen.

Auf der Fahrt von Wien nach Drosendorf im nördlichen Waldviertel, fast an der Grenze zu Tschechien sind an diesem leicht verschneiten Samstagnachmittag in den Orten und Dörfern auf der Strecke nur ganz wenige Menschen auf den Straßen zu sehen.  Das ist in Drosendorf nicht anders. Beim Einbiegen in die schmale Bürgerspitalgasse hingegen tut sich rund um 14 Uhr was. Einige Kinder – manche mit erwachsener Begleitung – gehen durchs Tor im Haus Nummer 11, dem ehemaligen Bürgerspital. An der Tür hängt ein buntes Plakat mit aufgedrucktem Brot und Gebäck. Und beim Öffnen der Tür eicht es schon ein bisschen nach Backstube.

Hier sind wir beim vorweihnachtlichen Backnachmittag für Kinder, zu dem die „Erste Waldviertler Bio-Backschule“ eingeladen hat. Ein großer viereckiger massiver Holztisch und ein kleinerer, niedrigerer warten darauf, dass später Maya, Julia, Niklas, Mia, Gabriel, Lara, Anna Katharina, Fanni, Emilie, Sophie, Nina, Valerie, Johanna, Emilia, Pina, Louisa und Rosa auf ihm Teig wuzeln, abwiegen, formen, verzieren und glasieren werden. Lara und Adrian, die beiden SchauTV-Jungreporter_innen werden neben Interviews aber auch selbst bäckerisch tätig werden.

Vom Händewaschen bis zum Glasieren

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Erster Schritt: Hände waschen

Während der Teig noch rasten muss, ....

... mischen Kinder ...

... die pickige, süße ...

... Glasur ...

Die fertig geformten ...

... Brioche-Gebäcke ...

... werden glasiert ...

... kommen auf ...

... die Backbleche ...

...

...

... und ab damit in die Küche ...

... mit Ei ...

... bestrichen udn ab in den Ofen

Lara und Adrian mit fertig gebackenen Teilen...

Ach, und die Basis für verschiedene Backwaren: Unterschiedliche Getreidekörner

Auch nach Gefühl

Davor aber geht’s ab in die ein paar Stufen niedriger liegende Küche. Was eine gute Bäckerin und ein guter Bäcker sein will, muss zuerst Hände waschen. Neben der Abwasch steht schon der mit Schamott ausgekleidete Backofen, der schon vorgeheizt wird. Und davor auf dem Boden die riesige Teigrührmaschine. Die elektrisch betriebenen großen Knethaken vermischen erst vier Minuten langsam und dann mehr als die üblichen acht Minuten schnell das Gemisch aus Weizenmehl, Zucker, Eier, Salz, Zitrone, Honig und Hefe (Germ). Warum mehr als die sonst acht Minuten erklärt Bäckermeisterin Lena damit, dass die Küche ein wenig kalt war, der Teig Wärme braucht und außerdem bei Lebensmittel eben immer auch nach Gefühl gearbeitet werden müsse.

Fensterprobe

Lena nimmt eine Hand voll Teig, zieht ihn auseinander, macht die sogenannte Fensterprobe, „das heißt, sie zieht den Teig auseinander bis er so dünn ist, dass sie durchschauen kann“, erklärt Biobackschul-Lehrerin Elisabeth. Fenstertest bestanden, der siebeneinhalb Kilo schwere Teigberg kommt aus der Rührschüssel. Noch immer aber müssen sich die jungen Bäckerinnen und Bäcker gedulden. „Er muss noch rasten“ – zugedeckt wartet er nun in der großen Backstube. In der Zwischenzeit beginnen einige der Kinder händisch mit einem Schneebesen aus Eiklar und Zucker eine Glasur zu verrühren.

Lena nimmt vom „rastenden“ Teig ein Stück, wutzelt es mit der Hand, „schnurren“ heißt das „Wenn der Teig sich nicht mehr stark zusammenzieht, ist er bereit.“ Wenn das Stück gleich wieder viel kleiner wird, „ist der Kleber im Mehl noch zu stark, dann müssten wir noch warten.“

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Kugel, Rolle, Krampus

So, endlich ist es so weit. Jede und jeder soll von einem Stück teig jeweils rund 60 Gramm abwiegen. Die genannten und noch einige weitere hinzugekommene Jungbäckerinnen und –bäcker beginnen diese 6-Deka-Stücke mit der Hand auf der Tischplatte zu rollen, bis sie ungefähr die Form einer Halbkugel haben. Dann zeigen Lena und Elisabeth vor, wie daraus recht leicht ein Krampus werden kann. Die Kugel zu einer Stange rollen, sie unten ein Stück in der Mitte einschneiden – die Beine sind fertig. Oben die Rolle - dort wo der Hals vermutet wird - ein wenig eindrücken, das oberste Stück des Kopfes für die Hörner spalten – ähnlich wie bei den Beinen. Schließlich ungefähr in der Mitte der Rolle, einmal links und einmal rechts leicht einschneiden und diese Teile nur wenig vom Körper wegziehen – das sind die Arme und fertig ist der „nackte“ Krampus. Rosinen, Mandeln, Schokoteile geben Augen, Mund, Nabel oder was auch immer.

Fotos vom kreativen Teig-formen

Kreatives Teigformen

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Fantasievolle Tierwelten

Die ersten Krampusse entstehen, auch der eine oder andere Nikolo. Das ist vielen bald zu fad. Die Kreativität sprießt. Die Kinder formen Schnecken, Mäuse – „ich hab auch eine Maus“, tönt es aus allen Ecken und Enden. „Schau mal, ich hab sogar ein Kobra gemacht“, ruft Mia. Daneben entsteht ein flaches Schaf mit vielen Schokopunkten. Irgendwo tönt es von einem Hund, der geformt wird und Julia präsentiert ein Pizza-Eck. Valerie hat unter anderem einen Tannenbaum geformt und Gabriel einen klassischen Geist. Adrian, Fanni und andere formen Teigtaschen mit süßen Inhalten – Schokolinsen, Glasur, Rosinen. „Das ist das Sackerl, das der Nikolo bringt“, erklärt Fanni ihre Kalorienbombe.

So, jetzt noch mit pickiger Eiklar-Zucker-Glasur einstreichen, vorsichtig auf die nun bereitgestellten Backbleche legen und ab in die Küche.

Bevor die Teile ins Backrohr kommen, pinseln die Kinder noch Nun noch „Voll-Ei“ drauf wie die Bäckermeisterin sagt, um es weder mit Dotter noch mit Klar zu verwechseln. Das aufgepinselte Ei verleiht dem Gebäck die Bräune, Teile ohne Ei bleiben blass.

Ein paar Minuten und schon wären die fantasievollen Brioche-Gebäcke – nach ein bissl Auskühlen – bereit, gegessen zu werden. Passiert ihnen aber nicht (gleich), die meisten packen ihr Gebäck in Papiersackerln und nehmen’s mit nach Hause.

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