Kiku
11.08.2018

Esel sind nicht dumm, es geht ihnen aber an die Haut

Afrika-Tage-Wien: Im Kinderprogramm erzählt Kinderbuchautor Geschichten von afrikanischen Hauseseln und ihrer Bedrohung.

Esel sind alles andere als dumm. Mit dem Vorurteil gegen die grauen verwandten der Pferde räumt der Geschichtenerzähler bei den Afrika-Tagen auf der Wiener Donauinsel auf. Patrick Kwasi Addai, der die meist tierischen Hauptfiguren seiner bebilderten Bücher durch seine Erzählkunst fast lebendig erscheinen lässt, nimmt sich diesmal eben der Esel an. „In Ghana, sogar in der Hauptstadt Accra, haben viele Menschen Esel noch als Haustiere gehabt“, erinnert sich der Autor und Erzähler an die Zeit in seiner ersten Heimat. „Heute siehst du fast nirgends Esel. China kaufte fast alle Esel auf, um daraus Medikamente zu machen“, schildert der seit Jahrzehnten in Österreich lebende Autor im Gespräch rund um seine erzählerische Lesung. Als Mittel gegen menschliche Hautalterung, Unfruchtbarkeit und Impotenz wird Ejiao durch Auskochen von Eselhäuten gewonnen.

Wie immer zieht Addai die zuhörenden Kinder nicht nur durch die Erzählweise seiner Geschichten, unterstützt von eigenem Trommeln in den Bann, er animiert das Publikum, selber mit zu „i-a“en...

In seinem jüngsten Buch „Sprich mit mir, Esel!“ – mit Bildern von Jokin Michelena (Verlag Adinkra, aus dem Verkaufserlös wird – gemeinsam mit dem WWF ein Eselschutzprogramm unterstützt) – versammelt er der Autor diesmal aber nicht nur vier afrikanische Fabeln rund um Esel, sondern auch ein ausgedehntes Kapitel mit sachlichen Informationen über diese Tiere, auch wenn seine Lesungen im Programm unter dem Titel „Die Kuh wird mit Ohren geboren, Hörner bekommt sie später“ angekündigt sind.

In diesem Jahr finden die Lesungen in einem eigenen kleineren Zelt zwischen Bühne und dem großen Sahara-Zelt statt. Addai erzählt täglich – bis 20. August, in der letzten Woche der diesjährigen Afrika-Tage kommt der gambisch-deutsche Geschichtenerzählen Tormenta Jobarteh mit eigenen und mündlich überlieferten Geschichten aus Afrika und dem Orient. Dabei begleitet er sich selbst auf der Kora, einer westafrikanischen 21-saitigen Harfenlaute.

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Basteln, schminken, trommeln, reiten

Ansonsten bieten die Afrika-Tage im Kinderprogramm wieder täglich wechselndes Bastelangebot: Vom Traumfänger knüpfen über malen mit naturfarben bis zu Schmuck aus Draht biegen. Neben dem Bastelzelt können sich Kinder schminken lassen, in der Nähe des großen Sahara-Zeltes finden die Trommelkurs-Runden statt. Und in der Nähe des Eingangs warten beispielsweise Kamele auf junge Reiter_innen, um diese durch das Festivalgelände zu „schaukeln“.

Mitreißend für alle Besucher_innen sind die ebenfalls durch das Festivalgelände tourende Gruppe beim Strohtanz aus dem Senegal mit Djoutala Seydi, sowie die Trommelsessions mit Bamgbola Ambali aus Nigeria, Bauchtanz mit Rachid Alexander, der schon als kleiner Bub vom orientalischen Tanz inspiriert war sowie die Vorführungen von Ayman Etlah aus Kairo mit seinem Tanura (Drehtanz) – bei dem er zwischendruch auch Besucher_innen animiert, in diese reisigen Röcke reinzuschlüpfen und bunte Bilder beim Tanz zu erzeugen.

Kinderprogramm der Wiener Afrika-Tage

www.adinkra.at

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Fotos Afrika-Tage, Kinderprogramm 2018

Fotos von den Afrika-Tagen 2018

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Kinder im Zelt des Geschichtenerzählers, ...

... wo die Geschichten ...

... lebendig werden...

Der Autor und einige seiner Bücher

Der "Strohtanz" bewegt sich durch große Teile des "Dorfes"...

... ebenso die Trommelgruppe ...

... in der Nähe der Bühne vor dem Infozelt ....

... treffen die beiden Gruppen aufeinander ...

Tanura (Drehtanz): ...

... Der Künstler Ayman Etlah aus Kairo ...

... zeigt nicht nur vor, ...

... er lässt auch Besucher_innen ...

...

... diesen Tanz ausprobieren,,,

Kinder nutzen den an diesem Nachmittag freien Platz zum (Fuß-)ball spielen, aber ...

... auch andere Plätze ...

an diesem Nachmittag stand im Kinder-Kreativ-Zelt das Basteln von Traumfängern auf dem Programm ...

Noch ein paar Schnappschüsse ...

Patrick Kwasi Addai (rechts) und Bayoussou Kane - letzterer aus Mali, ersterer aus Ghana, lernten einander in Linz beim Studieren kennen, blieben in Österreich "hängen" und trafen einander nun nach langer Zeit wieder auf der Wiener Donauinsel.