Magic Monica lässt's aus der Geldbörse brennen

© Bernd Schäffer/schauTV

Kiku
04/24/2019

Erstmals stehen bei Zauber-Shows Frauen im Vordergrund

Women in Magic Days im Wiener Circus und Clown Museum. schauTV- und Kinder-KURIER-Gespräche mit Zauberkünstlerinnen.

Bei vielen Nummern agieren sie nur im Hintergrund, sind die meiste Zeit nicht einmal sichtbar. Ihre Arbeit ist jedoch die schwierigere, akrobatischere, ja sogar gefährlichere. In Erscheinung treten sie nur zu Beginn und am Ende und das auch lediglich als Assistentinnen. Er hingegen ist dann stets der große Magier, obwohl er nur Schwerter oder Metallteile in eine Kiste oder einen Kasten reinschiebt.

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Aus dem Schatten treten

Vielleicht sind die symbolisch durchaus nicht unbedenklichen Zauberkunststücke mit dem „Zersägen“ oder „Durchbohren“ auch noch sinnbildlich für das - auch - im Bereich der Magie noch immer vorhandene Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern. Dem wollen die allerersten Women in Magic Days im Wiener Circus und Clown Museum (25. bis 28. April 2019) entgegentreten. Erstmals wurde ein Programm mit ausschließlich Artistinnen, Clownfrauen und Zauberkünstlerinnen organisiert. Mit dieser Veranstaltung „wollen wir auf die Frauen, die in der Kleinkunst immer schon Großartiges geleistet haben, aufmerksam machen“, schreiben Monika Hemis-Stadlmann und Robert Kaldy-Karo, die das Museum am Wiener Ilgplatz leiten. Kaldy-Karo wird am Eröffnungsabend sein neues Buch „Oben am Drahtseil, unten im Löwenkäfig“ über mutige Frauen vorstellen.

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Der Kinder-KURIER und schauTV haben Co-Organisatorin und selber Zauberkünstlerin Monika Helmis-Stadlman zu einem Gespräch im Circus und Clown Museum getroffen, an dessen Ende Monica, wie sie mit Künstlerinnennamen heißt, den Gesprächstisch schweben ließ und ein Geldbörsel öffnete, aus dem Flammen schlugen, sich aber dann doch auch Geldscheine unter Werbeprospekten fanden.

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Jetzt starten Frauen

Angesprochen auf die Premiere dieser Veranstaltungsreihe sagte Hemis-Stadlmann im TV-Interview (Link siehe unten): „Bis jetzt ist die Zauberkunst eine Männerdomäne gewesen, in Zauberklubs durften früher oft Frauen gar nicht rein. Jetzt starten einmal die Frauen durch mit diesen Tagen, die wir hier im Circus und Clown Museum veranstalten. Zu sehen sein wird ein breiter Bogen von Comedy-Magic bis Illusionen.“

Auf die Frage, wie sie selber zur Zauberei gekommen ist, erzählt Monica, wie sie mit Künstlerinnen-Namen heißt: „In meiner Jugendzeit hab ich einen Zauberer kennen gelernt, der hat eine Assistentin gesucht. Jahrelang bin ich mit ihm herumgefahren, wir sind in Discotheken, Hotels und bei Events aufgetreten. Ich war die Dame, die in der Kiste zersägt wurde oder geschwebt ist. Ein paar Jahre später haben wir dann miteinander ein Fachgeschäft für Zauberkunst entwickelt und haben das jahrelang miteinander geführt.

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Assistentin ist doch die eher unbedankte, aber kaum leichtere Rolle?
Hemis-Stadlmann: „Das weiß das Publikum ja oft gar nicht, dass es viel schwieriger ist, in einer Kiste sich „zersägen“ oder von Schwertern „durchbohren“ zu lassen. Dafür musst du ja allerhand tun und brauchst auch körperliche Akrobatik. Das ist ja schwere Arbeit.“

Wie war dann dein Weg von der Assistentin zur eigenständigen Zauberkünstlerin?
„Im Fachgeschäft musste ich auch die Zauberkunststücke präsentieren, und irgendwann einmal war der Moment wo ich mich gefragt habe: Warum mach ich das nicht selber? Dann hab ich angefangen, selber zu zaubern, für Erwachsene und für Kinder.“

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Eigene Kunststücke?

Hast du auch eigene Tricks entwickelt?
Hemis-Stadlmann: Wir haben auch selber produziert, zum Beispiel eine Brieftasche, die brennt, oder eine Guillotine, wo man dann den Finger reinsteckt und der Finger wird nicht abgehackt. Man kann vorher was Kleines schneiden - Gurken oder Karotten ... Aber wenn der Zuschauer das selber probiert, würde er sich ganz schön fest schneiden.

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Hier der schauTV-Talk im Circus und Clown Museum

gedreht von Bernd Schäffer