Briefing am Dienstagmorgen
Die Meldungen des Tages
Was heute wichtig wird
Brasilien hat das früheste Aus bei einer Fußball-Weltmeisterschaft seit 36 Jahren gerade noch verhindert. Der Rekordweltmeister besiegte am Montag im Sechzehntelfinale in Houston Japan durch ein Tor in der Nachspielzeit 2:1 (0:1).
Nach dem Out in der Gruppenphase 2018 und 2022 hat es für Deutschlands Fußball-Nationalteam auch heuer eine große Enttäuschung gegeben. Die DFB-Auswahl verlor am Montag im Sechzehntelfinale in Foxborough bei Boston einen Krimi im Elfmeterschießen gegen Paraguay mit 3:4.
Marokko steht bei der Fußball-WM im Achtelfinale. Im ersten Schlager der K.o.-Phase setzte sich der WM-Vierte von 2022 in der Nacht auf Dienstag in Monterrey gegen die Niederlande mit 3:2 im Elfmeterschießen durch. Nach regulärer Spielzeit und Verlängerung war es 1:1 gestanden.
Die Partien der nächsten Runde:
Elfenbeinküste - Norwegen (Dallas, 19.00 Uhr)
Frankreich - Schweden (New York/New Jersey, 23.00 Uhr)
Mexiko - Ecuador (Mexiko City, Mittwoch 3.00 Uhr)
Spielberichte, Tabellen, Analysen, Hintergründe und Reportagen aus den USA - all das finden Sie in unserem WM-Center.
In Österreich wird aktuell über die Gesundheitsreform verhandelt. Bundeskanzler Christian Stocker hatte im Zuge der Reformpartnerschaft bis zum Sommer eine politische Grundsatzeinigung zu Reformen bei Bildung, Gesundheit, Energie und Verwaltung angekündigt. Heute treffen sich die Spitzen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung einmal mehr zu einer Verhandlungsrunde. Spätestens am Mittwoch will die Koalition die Eckpunkte der Gesundheitsreform präsentieren, hat Kollege Josef Gebhart für Sie recherchiert.
Am Vormittag veröffentlicht die Statistik Austria Zahlen zu Staatseinnahmen und -ausgaben im ersten Quartal. Dazu passend analysiert der Bund der Steuerzahler Versäumnisse der Bundesregierung im Doppelbudget 2027/28. Um die Staatsfinanzen dauerhaft wieder in den Griff zu bekommen, seien demnach strukturelle Reformen nötig, etwa bei Pensionen oder im Gesundheitswesen.
Im Straflandesgericht geht der Untreue-Prozess gegen Ex-FPÖ-Vizekanzler Heinz-Christian Strache in der Causa Lebensversicherung weiter. Zeugen sind diesmal mitunter Ex-FPÖ-Politiker und Rechtsanwalt Peter Fichtenbauer und der Wiener Ex-FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus. Morgen geht es mit Befragungen des aktuellen Wiener FPÖ-Chefs Dominik Nepp und seines Amtsvorgängers Hilmar Kabas ins Finale. Hier die Nachlese vom letzten Prozesstag.
Das von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene „Friedensrat“ (Board of Peace) soll nach Angaben der Regierung von Zypern heute und morgen auf der Mittelmeerinsel tagen. Wer teilnehmen wird, ist noch nicht bekannt. Zypern sei lediglich Gastgeber in begrenzter Rolle und nicht an der Organisation des Treffens beteiligt, so der zypriotische Regierungssprecher Konstantinos Letymbiotis. Der umstrittene Rat soll den Wiederaufbau und eine Nachkriegsordnung im Gazastreifen überwachen.
Laut US-Präsident Donald Trump sollen heute Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Katar stattfinden. Der Iran habe darum gebeten, erklärte Trump. Von iranischer Seite klang das allerdings anders. Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, „sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde“, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi.
In Wien wird der Prozess gegen zwei ehemalige Vertreter des syrischen Assad-Regimes vor dem Landesgericht fortgesetzt. Dem ehemaligen Leiter der Abteilung 335 des syrischen Geheimdienstes und dem Leiter der Kriminalpolizei in der syrischen Stadt Raqqa werden Folter und Misshandlungen in den Jahren 2011 bis 2013 vorgeworfen. Der Prozess ist bis heute angesetzt. Wann ein Urteil fällt, ist noch nicht bekannt.
Das MuseumsQuartier feiert 25 Jahre Bestehen mit einem großen Jubiläumsreigen. Heute am Programm: ein Open House. Zwischen 10:00 und 20:00 Uhr kann man bei freiem Eintritt in den MQ Freiraum die Jubiläumsausstellung „Vision und Widerstand – Wie das MuseumsQuartier Wien veränderte“ entdecken. Die Ausstellung erzählt die Geschichte des MQ und blickt zurück auf das größte Kulturbauvorhaben der zweiten Republik.
Im Wiener Rathaus wird Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler das Programm des Kultursommers vorstellen.
Am Nachmittag wird Performance-Ikone VALIE EXPORT am Zentralfriedhof zur letzten Ruhe in einem Ehrengrab gebettet. Die Künstlerin ist am 14. Mai wenige Tage vor ihrem 86. Geburtstag verstorben.
Pammesberger: Die Karikatur zum Tag
Der letzte heiße Tag (vor dem nächsten)
von Georg Leyrer
Morgen ist es geschafft mit der Hitzewelle. Zumindest relativ: Im Osten soll es immer noch 31 Grad haben, eine Temperatur, die vor einigen Jahrzehnten auch im Sommer in Wien noch Seltenheitswert hatte, auch wenn die Erinnerung etwas anderes suggeriert.
Wenn das Hirn dann wieder auf Normaltemperatur läuft, ist es Zeit für eine Bestandsaufnahme: Auch ganz ohne Emotion und persönliche Temperaturvorliebe, ohne Diskussion darüber, was Wetter, was Klimawandel ist, ohne ideologisches Schauplustern sagen die gemessenen Werte, dass wir so etwas kaum je erlebt haben. Und dass die Zukunft anders ausschauen wird als die Vergangenheit.
Und jetzt? Jetzt hat man Sommerferien - und dann zehn Monate Zeit, den Kindern 2027 zu ersparen, wieder einen Teil der Schulzeit in der Sauna zu verbringen. Die Kinder sollten ja eigentlich bildungsmäßig gehegt und gepflegt werden, so gut es nur geht - so viele Kinder gibt es nämlich nicht in dem Land. Wir wagen hier aber eine Prognose: Auch von der nächsten Hitzewelle (und der übernächsten) werden die Schulen am falschen Fuß - sprich, ohne Klimaanlagen, Außenjalousien oder andere Baumaßnahmen - erwischt werden.
Denn nichts ist schneller vergessen als das Problem von gestern, wenn es keine wahlrelevante Gruppe betrifft. Schade, eigentlich. Noch dazu, wenn es um ein Problem geht, das dermaßen ideologisch aufgeladen ist wie die steigenden Temperaturen. Kein Politiker wird sich die Mühen der Ebene antun, um für die Nachrüstung der Schulen das Geld aufzustellen und diese Nachrüstung voranzutreiben - und dabei auch noch herumargumentieren zu müssen, warum man das eigentlich tut. An der Prävention weiteren Klimawandels sind wir gescheitert. Die Chancen stehen gut, dass wir auch an der entsprechenden Reaktion auf die steigenden Temperaturen scheitern.
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