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Gesund
03/19/2019

Wirkstoffe aus Kaffee können Prostatakrebs hemmen

Werden Krebszellen, gegen die keine gängigen Therapien mehr helfen, mit zwei Inhaltsstoffen aus Kaffee behandelt, wachsen sie langsamer.

von Elisabeth Gerstendorfer

Zum ersten Mal haben Wissenschaftler in Kaffee enthaltene Wirkstoffe identifiziert, die das Wachstum von Prostatakrebs hemmen können. Sie untersuchten Krebszellen von Mäusen, gegen die keine gängigen Tumormedikamente mehr wirken. Die Forscher orientierten sich an unterschiedlichen Hinweisen aus Studien, dass Kaffee positiv auf den menschlichen Körper wirkt, auch in Bezug auf Krebs. So weiß man etwa, dass das Trinken bestimmter Kaffeesorten das Auftreten einiger Krebsarten, darunter auch Prostatakrebs, verringert.

Zwei Wirkstoffe

In der aktuellen Studie haben japanische Forscher einen positiven Effekt von zwei Verbindungen getestet, nämlich Kahwolacetat und Cafestol. Beide sind Kohlenwasserstoffe, die natürlicherweise im Arabica-Kaffee vorkommen. Es wurde festgestellt, dass der Kaffeezubereitungsprozess beeinflusst, ob diese Verbindungen nach dem Aufbrühen im Kaffee verbleiben (wie beim Espresso) oder ob sie (wie beim Filtern) abgestreift werden.

Zellen, die mit diesen beiden Wirkstoffen behandelt wurden, wuchsen langsamer. Ein Teil der Mäuse mit Prostatakrebs erhielt nur jeweils einen der beiden Wirkstoffe, ein Teil erhielt beide Stoffe. Am effektivsten war die Kombination beider Inhaltsstoffe. Erhielten die Mäuse sowohl Kahwolacetat als auch Cafestol, wuchsen die Tumore deutlich langsamer.

Noch nicht auf Menschen übertragbar

„Es ist wichtig, diese Erkenntnisse in der Perspektive zu halten. Dies ist eine Pilotstudie, das heißt, dass die Verwendung dieser Verbindungen wissenschaftlich machbar ist, jedoch weiterer Untersuchung bedarf; es bedeutet nicht, dass die Ergebnisse schon auf den Menschen übertragen werden können“, sagte Studienautor Hiroaki Iwamoto von der Kanazawa-Universität.

Iwamoto betonte auch, dass transplantierte Tumorzellen untersucht wurden und nicht solche, die natürlich entstanden sind. „Wir überlegen derzeit, wie wir diese Ergebnisse in einer größeren Stichprobe und dann am Menschen testen können“, so Iwamoto.

Die Forscher schreiben allerdings, dass die Ergebnisse zwar vielversprechend sind, aber dass es noch zu früh ist, um daraus Empfehlungen abzuleiten oder gar seinen Kaffeekonsum zu ändern. Kaffee könne sowohl positive als auch negative Auswirkungen (z.B. Bluthochdruck) haben. An Menschen wurden die Inhaltsstoffe bisher noch nicht getestet.

Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift The Prostate veröffentlicht.