Amerikanische Behörden raten nach aktuellen Fällen dazu, Haustiere gegen Tollwut zu impfen.

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Gesund
03/25/2019

Tollwutfälle in den USA: Was Reisende beachten müssen

Infektionen beim Menschen sind selten, in New York wurden jedoch seit Beginn des Jahres bereits sechs Tollwutfälle bei Tieren bestätigt.

Österreich gilt als tollwutfrei und auch in den USA sind Touristen üblicherweise nicht gefährdet, sich mit der Krankheit zu infizieren. Seit Beginn des Jahres wurden allein in New York City jedoch sechs Fälle bestätigt, bei denen Tiere sich mit Tollwut infiziert hatten. Die Behörden haben nun die Bevölkerung aufgerufen, ihre Haustiere zu impfen und den Kontakt mit freilaufenden Tieren zu meiden. Das Centrum für Reisemedizin in Berlin rät nun auch Reisenden in den USA, nach verdächtigen Tierkontakten umgehend einen Arzt aufzusuchen.

In den USA kommt es jährlich zu 7.000 bis 10.000 Tollwutfällen bei Tieren – vor allem Waschbären, Stinktiere, Fledermäuse und Füchse werden registriert. „Die Gefahr, sich während einer USA-Reise mit Tollwut zu infizieren, ist äußerst gering“, erklärt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM Centrum für Reisemedizin. „Reisende sollten sich aber der Möglichkeit einer Tollwutinfektion bei einem Kontakt mit Tieren stets bewusst sein.“

Scheue Tiere verlieren Scheu

Als verdächtig gilt ein Tierkontakt, wenn sonst scheue, wild-lebende Tiere keine Scheu vor Menschen zeigen. Auch bei zutraulichen fremden Haustieren, Katzen oder Hunden, ist Vorsicht geboten. In den meisten Fällen weltweit wird Tollwut durch einen Hunde- oder Katzenbiss übertragen. Ein Tierbiss ist für eine Infektion aber nicht unbedingt notwendig. Tollwut wird bereits über den Speichel des infizierten Tieres übertragen, wenn dieser über kleine, offene Hautstellen in den Körper gelangt. Pro Jahr infizieren sich weltweit 55.000 bis 60.000 Menschen mit dem tödlichen Virus. Etwa die Hälfte der Betroffenen sind Kinder unter 15 Jahren.

Die Krankheit verläuft stets tödlich – eine Heilung konnte bislang noch nicht gefunden werden. Sie bricht zwar nicht bei jedem aus, der sich infiziert hat, aber jeder, der erkrankt, muss sterben. „In der Regel beträgt die Inkubationszeit drei bis acht Wochen. In Einzelfällen kann es sogar mehrere Jahre dauern, bis die Krankheit ausbricht“, sagt Reisemediziner Jelinek.

Impfung ist einziger Schutz

Bevor man jedoch in ein Land mit Tollwutrisiko reist, ist eine Impfung möglich. Sie bietet als einziges Schutz vor einer Infektion und muss alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden.

Hatte man bereits Kontakt mit einem infizierten Tier, kann eine nachträgliche Impfung helfen. Sie muss möglichst rasch erfolgen. Allerdings ist diese nicht immer verfügbar, insbesondere in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern.

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