Wissen | Gesundheit
02.07.2018

Vorsicht im Urlaub: Tollwutfälle in Thailand und Südafrika

Eine Tollwut-Infektion endet stets tödlich. Wer in betroffene Regionen reist, sollte sich vorher impfen lassen.

Alle neun Minuten stirbt weltweit ein Mensch an Tollwut. Aktuelle Todesfälle in beliebten Reiseländern sollten Reisende aufhorchen lassen: "Aus Südafrika werden derzeit neun Todesfälle aufgrund einer Tollwutinfektion berichtet, aus Thailand elf. Dort ist neben Bangkok besonders der Süden und Nordosten betroffen", sagt Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf. In 99 Prozent aller Tollwutinfektionen weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO Bisse oder Kratzer von Hunden für die Übertragung des Virus auf den Menschen verantwortlich. Auch Affen, Katzen und Fledermäuse können die Krankheit auf den Menschen übertragen.

Keine Heilung

Ein Biss ist dazu nicht notwendig. Kommt der Speichel eines infizierten Tieres in Berührung mit kleinen, offenen Hautstellen können die Tollwutviren in den Körper gelangen. Jährlich infizieren sich 55.000 bis 60.000 Menschen weltweit mit dem tödlichen Virus. Etwa die Hälfte der Personen sind Kinder unter 15 Jahre. Bisher gibt es keine Heilung. Die Krankheit verläuft stets tödlich, fast immer kommt es innerhalb von 14 Tagen nach Krankheitsbeginn zum Tod. Einzigen Schutz bietet eine Impfung, die allerdings vor dem Kontakt mit dem infizierten Tier erfolgt sein muss.

Die Impfung erfolgt in drei Dosen über mehrere Wochen und sollte bei Bedarf – also bei Reisen mit Tollwutvorkommen, etwa in Nationalparks – alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Zusätzlich gibt es die sogenannte Schnellimmunisierung, bei der die Impfung innerhalb einer Woche erfolgt. Neben der Impfung kann auch das eigene Verhalten eine Infektion reduzieren. In Gebieten mit Tollwut sollte der Kontakt mit Wildtieren, aber auch mit Haustieren wie Hunden und Katzen vermieden werden.

Nach Kontakt noch einmal Impfen

Nach Kontakt mit einem infizierten Tier, sollte laut Jelinek unbedingt nochmals geimpft werden, um sicher zu gehen. "Allerdings sind in den meisten Schwellen- und Entwicklungsländern die dafür nötigen hochwertigen Zellkulturimpfstoffe und Immunglobuline nur sehr eingeschränkt erhältlich – am ehesten in Kliniken mit westlichem Standard in den großen Metropolregionen", sagt Jelinek.

Die WHO hat im Juni den Plan "Zero by 30" verabschiedet. Darin wurde das Ziel gesetzt bis ins Jahr 2030 alle Tollwutinfektionen, die durch Hunde übertragen werden, auszurotten. Österreich gilt seit 2008 als tollwutfrei.